Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, heißt es. Manchen weniger Huftier-Affinen reichen aber auch schon die Pferdestärken zur Vermessung des individuellen Glücks. Janis Joplin bittet Gott um einen Mercedes Benz, Neil Young wünscht seinem fahrbaren Untersatz ein möglichst langes Leben und Rainhard Fendrich besingt in tiefer Trauer das Ende des seinen. Die Beziehung zum eigenen Auto scheint ungeachtet seines klimapolitisch schlechten Images für manche eine innigere als zu manchen Familienmitgliedern. Nicht umsonst frönt man sonntags gerne bei einer ausgiebigen Putzaktion der Auto-Wellness. Viele von denen, die sonst gerne ihren Wagen schrubben, sitzen diesen Sonntag allerdings höchstwahrscheinlich vor dem Fernseher und fiebern beim Großen Preis der USA mit. Und auch wer der Formel 1 nichts abgewinnt, kann dieses Wochenende von der Couch aus Auto schauen.

Seit der Saison 1950 dreht die Formel-1-Weltmeisterschaft ihre Runden quer über den Globus. Besonders fest in ihre Geschichte schrieb sich von Beginn an die Scuderia Ferrari ein. Bis heute ist sie das einzige Rennteam, das bei jeder Formel-1-Saison dabei war. Gerade in einer Zeit, in der der Motorsport als gefährlichste Sportart überhaupt galt, gingen ihre Fahrer immer wieder an ihr eigenes Limit und darüber hinaus. Sie setzten sich über die Grenzen der Physik und der eigenen Sterblichkeit hinweg. Bis heute steht Ferrari für viele für Wagemut und Eleganz, die Scuderia zählt längst zum italienischen Kulturgut und bei jedem Rennen wird sie umjubelt von einer großen Fangemeinde. Was macht es da schon, dass der letzte Fahrerweltmeistertitel bereits mehr als zehn Jahre zurückliegt? Der Mythos überdauert jedenfalls.

Wie hoch der Preis für diesen Status zu Beginn allerdings war, zeigt der Dokumentarfilm "Ferrari: Race to Immortality" (So., 22.05 Uhr, SF2) mit teils schockierenden Archivaufnahmen.

Was im echten Leben oftmals tragisch endet, dient in Actionfilmen der kontrollierten Beschleunigung der Pulsfrequenz. So auch in den "Transporter"-Filmen, in denen Jason Statham keinen Renn-, sondern einen Frachtfahrer für besonders sensible Angelegenheiten gibt. Zunächst hat Frank Martin sich im dritten Teil (So., 23.45 Uhr, SF2) eigentlich zur Ruhe gesetzt und ganz unspektakulär das Angeln für sich entdeckt. Er hat der Gefahr abgeschworen, aber die Gefahr findet ihn dennoch, und zwar in Form seines alten Freundes Malcolm Manville (David Atrakchi), der mit einem schwarzen Audi in sein Haus kracht. Auf dem Beifahrersitz entdeckt Frank eine junge Frau, die sich weigert auszusteigen. Der Grund: Das Armband, das sie unfreiwillig trägt, birgt einen Sprengsatz, der detoniert, wenn sie sich zu weit vom Wagen entfernt. Den Beweis dafür liefert kurz darauf Malcolm. Auch Frank wird es kurze Zeit später gewaltsam umgelegt, nach und nach wird klar, warum: Der vom Soldaten zum Bösewicht übergelaufene Jonas Johnson (Robert Knepper) will den ukrainischen Umweltminister Leonid Tomilenko (Jeroen Krabbe) erpressen und ihn so dazu bringen, einen Vertrag zu unterzeichnen, der der Firma EcoCorp erlaubt, ihren Giftmüll in der Ukraine zu entsorgen. Zu diesem Zweck hat er die Tochter des Ministers Valentina Tomilenko (Natalya Rudakova) entführt und zwingt nun Frank, sie als sein persönlicher Autopilot durch halb Europa zu fahren - kühne Stunts und Raserei inklusive.

Würde Statham dabei durch das Set von "Chips" (Sa., 20.15 Uhr, ProSieben) rasen, müssten ihn Michael Peña und Dax Shepard aufhalten und ihm den Führerschein wegnehmen. Denn in der Actionkomödie, die auf der gleichnamigen TV-Serie aus den 70ern und 80ern basiert, geben sie zwei Highway Patrol Cops auf Motorrädern. Jon Baker (Dax Shepard) ist ehemaliger Motocross-Rennfahrer und sattelt nach unzähligen schmerzhaften Unfällen schließlich zum Motorradpolizisten um. Alles andere als eine ruhige Kugel schieben will der in Ungnade gefallene FBI-Agent Frank Poncherello (Michael Peña), der undercover bei der California Highway Patrol eingeschleust wird, um ein paar korrupten Kollegen das Handwerk zu legen. Da sind waghalsige Verfolgungsjagden und quietschende Reifen natürlich ebenfalls vorprogrammiert.