Günther Jauch präsentiert Weine aus seinem Weingut an der Mosel bei der "Pro Wein" in Düsseldorf. - © APAweb / afp / Patrick Stollarz
Günther Jauch präsentiert Weine aus seinem Weingut an der Mosel bei der "Pro Wein" in Düsseldorf. - © APAweb / afp / Patrick Stollarz

München/Potsdam. Auszeichnungen für seine Fernsehkarriere hat er schon viele - jetzt kommt eine für seine Verdienste um gutes Essen dazu: Günther Jauch (63, "Wer wird Millionär") ist vom Restaurant-Führer "Gault&Millau" zum deutschen "Gastronom des Jahres" gekürt worden. Er bekommt die Auszeichnung für sein Restaurant "Villa Kellermann" in Potsdam, das erst vor rund einem Monat eröffnet wurde.

"Er ließ ein Stück Kulturgut aufwendig renovieren, öffnet es für ein genussfreudiges Publikum und schenkt Potsdam in Zusammenarbeit mit Tim Raue ein Vorzeigerestaurant mit weltläufigem Flair", urteilten die Tester. Auf der Speisekarte stehen unter anderem "Entenleberterrine Sanssouci", "Rindertatarstulle mit Sauerampfer" und Saiblingskaviar oder "Königsberger Klopse".

Jauch, der selbst in Potsdam lebt, hatte die Villa gegenüber dem Schloss Cecilienhof vor gut drei Jahren gekauft und sie denkmalgerecht sanieren lassen. Das im Jahr 1914 errichtete Gebäude am Heiligen See ist nach dem Schriftsteller Bernhard Kellermann ("Der Tunnel") benannt. Zu DDR-Zeiten wurde es vom DDR-Kulturbund genutzt - als öffentlicher Treffpunkt von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern. Nach der Wende wurde in der Villa einige Jahre lang ein beliebtes Restaurant mit italienischer Küche betrieben.

Für die Deutschland-Ausgabe des "Gault&Millau", die am Dienstag erscheint, haben die 32 Kritiker mehr als 1.000 Restaurants getestet. Die wichtigste Auszeichnung "Koch des Jahres" bekam der Münchner Küchenchef Tohru Nakamura vom Restaurant "Werneckhof". "Bei jedem Gast muss es passen. Das ist unser Druck, unsere Herausforderung, weil wir den Anspruch haben, ein perfektes Produkt zu präsentieren", sagte er. Ihm sei "mit einer gewissen Demut" bewusst, dass die Gäste mit 225 Euro für das siebengängige Menü viel Geld bezahlen - weshalb er ihre Erwartungen nicht nur nicht enttäuschen, sondern übererfüllen wolle. Nakamura verkörpert laut "Gault&Millau" auch einen deutschlandweiten Trend zu profunden Kenntnissen der japanischen Küche. Weitere Trends: Wild und heimische Fische. (apa/dpa)