Serienfans hassen bekanntlich Veränderungen. So gesehen ist die dritte Staffel von "The Crown" einigermaßen gewöhnungsbedürftig. Denn die Queen, die uns zwei Staffeln lang begeistert hat, hat mitsamt ihrer Entourage einen längeren Urlaub gemacht. Zwei Jahrzehnte lang, um genau zu sein. Und der hat sie alle verändert. Kein Wunder, spielt doch nun Olivia Colman eine gealterte Königin Elizabeth, die sich den Herausforderungen eines sich schnell verändernden Großbritanniens stellen muss. Von der Paranoia des Kalten Krieges bis zum Jet-Set und dem Weltraumzeitalter - dem Überschwang der 1960er Jahre und dem langen Kater der 1970er Jahre - müssen sich Elizabeth und die Royals auf eine neue, befreitere, aber auch turbulentere Welt einstellen.

Von Peter Morgan ("Die Queen") verfasst, spielt in der dritten Staffel der britischen Netflix-Erfolgsserie "The Crown" ab Sonntag auch Helena Bonham Carter als bekannt aufsässige Prinzessin Margaret, Tobias Menzies als Herzog von Edinburgh, Josh O’Connor den zumindest nominal erwachsenen Prinz Charles. Erin Doherty gibt Prinzessin Anne, Ben Daniels Lord Snowdon, Jason Watkins spielt Premierminister Harold Wilson und Charles Dance Lord Mountbatten.

Erdiger geht es da schon bei der zweiten Staffel der ebenso britischen Dramedy-Serie "The End of the F***ing World" zu. Acht neue Folgen stehen seit einigen Tagen bereit. Darin wird das Schicksal von James (Alex Lawther) enthüllt. Die Drehbücher stammen erneut von Autorin Charlie Covell, die schon die Skripts für Staffel eins verfasst hatte. Fans können also auf gleichbleibende Qualität der Serie hoffen, auch wenn nun die Comic-Vorlage von Charles S. Forsman fehlt, in dem James am Schluss bei seiner Flucht am Strand erschossen wird. Daher stellt sich die Frage: Ist er noch am Leben oder in der Serie ebenfalls gestorben? Der Trailer blieb bei dieser Frage vage, zeigt aber eine ziemlich unglückliche Alyssa.

Auch auf Amazon Prime darf man sich auf einen echten Kracher freuen: Denn "The Man In the High Castle" ist ab 15. November mit einer vierten Staffel zurück. In der bekannten Signature-Serie von Amazon-Prime, die eine alternative Zeitlinie beschreibt, in der die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben, hat sich Juliana Crain die Vernichtung des Reichsmarschalls zum Ziel gesetzt. Unterdessen beginnen die Nazis damit, über das Portal andere Welten zu infiltrieren. Helen Smith beschützt ihre Töchter in der neutralen Zone. Chief Inspektor Kido befindet sich in einem Konflikt, der das ganze Kaiserreich spalten kann. Zudem erhebt sich in den japanischen Pazifikstaaten im Westen der ehemaligen USA eine schwarze Widerstandsgruppe gegen die rassistischen Japaner.

Freundlicher geht es da bei den "Friends" zu. Die Nineties-Klassiker haben ihre Seriencouch gepackt und stellen sie nun mit allen zehn Staffeln ab 14. November auf Amazon Prime auf. Die Sitcom, die von 1994 bis 2004 produziert wurde, sorgte immerhin dafür, dass Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer zu Stars wurden.

Apple zeigt Biss

Apropos Jennifer Aniston. Die feiert soeben mit dem gerade erst gestarteten Apple Streamingdienst "tv+" einen ersten Erfolg. Sie spielt in "The Morning Show" die überspannte TV-Morgenshow-Moderatorin Alex Levy, die ihren Co-Moderator nach 15 Jahren an eine MeToo-Geschichte verliert. In einem Anfall von Größenwahn putscht sie die völlig unbekannte Lokal-TV-Rabaukin Bradley Jackson (grandios: Reese Witherspoon) als neue Co-Moderatorin auf Sendung. Und die liefert gleich in der ersten Sendung einen Skandal ab. Beim Network ist daraufhin der Teufel los: Zwar steigen die Quoten, aber die Werbekunden lassen den Sender fallen. Vier Folgen kann man bereits sehen, wöchentlich kommt nun eine dazu. Nach dem selben Schema wird auch die grandiose Alternate-Reality-Serie "For all Mankind" publiziert. In der Serie haben die Russen das Rennen zum Mond gewonnen, was die USA zu einer massiven Aufrüstung im Weltraum treibt: exzellent besetzt, wunderbar geschrieben (Ronald D. Moore).