Die Fäuste regnen, die Tritte hageln, und dann scheint auch schon wieder die Sonne. So könnte man das Konzept der meisten Actionkomödien zusammenfassen. Choreografierte Gewalt und flapsiger Humor scheinen sich genauso gut zu ergänzen wie Bud Spencer und Terrence Hill. Was das Duo in seinen Filmen mit Faustkampf und Improvisationsreichtum löst, macht Jackie Chan mit Akrobatik und Kung-Fu-Elementen in Personalunion.

Sein Filmdebüt gab er bereits im Alter von sieben Jahren in "Big and Little Wong Tin-Bar", seine ersten nachhaltigen Tritte vor der Kamera folgten Anfang der Siebziger als Stuntman. Die Konkurrenz war zwar groß - die Hongkonger Filmindustrie boomte dank Bruce Lee gewaltig -, doch durch besonders waghalsige Einlagen boxte sich Chan bis zum Darsteller durch. Und zwar so schlagkräftig, dass man ihn zunächst als den Nachfolger des 1973 verstorbenen Bruce Lee handeln wollte. Doch dessen Ernsthaftigkeit stand Chan nie besonders gut zu Gesicht. Stattdessen wurde ein Quantum Schmäh zu seinem Markenzeichen.

In "The Tuxedo - Gefahr im Anzug" (Sa. 20.15, RTL2) ist es streng genommen nicht einmal seine Rolle selbst, die die spektakulären Stunts vollführt, sondern ein geheimnisvoller Anzug. Zunächst ist Jimmy Tong (Jackie Chan) nur der Chauffeur des Geheimagenten Clark Devlin (Jason Isaacs). Bei der Flucht vor einem Bombenanschlag auf ihn zieht Devlin sich allerdings eine schwere Verletzung zu und bittet seinen Fahrer, an seiner Stelle einen Auftrag auszuführen. Tong schlüpft also in Devlins Identität - und in seinen Anzug - und soll gemeinsam mit der jungen Agentin Del Blaine (Jennifer Love Hewitt) einen gewissen Dietrich Banning (Ricthie Coster) überwachen. Blaine ist Devlin zuvor noch nie persönlich begegnet, weshalb sie den etwas unbeholfenen Agenten an ihrer Seite zunächst bloß für einen Exzentriker hält. Denn der High-Tech-Smoking, den Tong trägt, verleiht ihm zwar außergewöhnliche Kräfte, hat aber offenbar ein ziemlich rigoroses Eigenleben.

Was ihm als Agentenvertretung erst ein Anzug verleiht, beherrscht er in "Armour of God - Chinese Zodiac" (Sa., 22.05, RTL2) aus dem Effeff. Der Meisterdieb, Schatzsucher und Martial-Arts-Meister Asian Hawk (Jackie Chan) bekommt den Auftrag seines Lebens: Er soll wertvolle chinesische Kunstschätze aufstöbern. Nachdem die französische und britische Armee vor 150 Jahren den Sommerpalast des chinesischen Kaisers geplündert hatte, verteilten sich die Artefakte über den gesamten Globus, darunter zwölf Bronzeköpfe der chinesischen Tierkreiszeichen, die unter Kunstsammlern besonders gefragt sind und die Asian Hawk nun nach China zurückbringen soll. Diese Suche führt ihn quer über die Landkarte, von Paris bis in den Dschungel. Auf dem Weg sammelt er nicht nur wertvolle Gegenstände, sondern auch neue Verbündete. Doch bald stellt sich heraus, dass er nicht die Einzige ist, der die waghalsige Schatzsuche angetreten hat.

Einen besonders treuen Verbündeten findet Jackie Chan in seinem Filmpartner Chris Tucker, mit dem er sich Seite an Seite durch mehrere "Rush Hour"-Teile schlägt. Im ersten Teil (Sa., 16.00, Puls4) muss sich das ungleiche Duo aber erst einmal zusammenraufen. Inspektor Lee (Jackie Chan) sorgt eigentlich in Hongkong für sichere Straßen. Doch da die Tochter seines Freunds Konsul Han (Tzi Ma) in Los Angeles entführt wurde, weitet Lee sein Einsatzgebiet selbstverständlich aus. Als das FBI Wind davon bekommt, stellt es ihm den geschwätzigen LAPD-Cop James Carter (Chris Tucker) zur Seite, der Lee davon abhalten soll, tiefgreifendere Ermittlungen anzustellen. Im Nu geraten die beiden in einen Strudel aus Korruption und Kriminalität.

In seinen Filmen gibt Jackie Chan also überwiegend den guten, etwas naiven, rechtschaffenen Typen. Privat ist sein Image aber alles andere als lupenrein. In seiner Autobiografie "Never Grow Up" geht er hart mit sich selbst ins Gericht: Spielsucht, Alkoholexzesse, Wutausbrüche, Affären batiken die weiße Weste. Und auch politisch sorgte er für Kontroversen, wie etwa erst kürzlich, als er sich im August zu den Protesten in Hongkong äußerte. Er wünsche sich, dass "Hongkong bald wieder Frieden findet", und bezeichnet sich selbst als chinesischen Patrioten. Damit ließ er wenig Zweifel, auf welcher Seite er politisch steht.