New York. Insidern zufolge trennt der chinesische Konzern ByteDance seine Video-App "TikTok" wegen Sicherheitsbedenken der USA vom übrigen Geschäft. Das Unternehmen werde dem Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) zusagen, dass persönliche Daten der Nutzer sicher in den USA gespeichert werden.

In der bei Teenagern beliebten Smartphone-App können Nutzer kurze Videos aufnehmen und über das Internet teilen. CFIUS prüft die eine Milliarde Dollar schwere Übernahme der Musikvideo-App Musical.ly aus dem Jahr 2017. Die Zugeständnisse von ByteDance gelten als Lackmustest, ob und inwieweit chinesische Firmen vor dem Hintergrund des Handelskonfliktes zwischen den USA und China die Verwaltung persönlicher Nutzerdaten in die USA verlegen können. Im Frühjahr beugte sich die Videospiele-Firma Beijing Kunlun dem Druck von CFIUS und kündigte den Verkauf der Dating-App für Homosexuelle, "Grindr", an.

 Geografische und technische Trennung des Geschäfts

Angeblich habe ByteDance mit der Abspaltung von "TikTok" bereits begonnen, bevor CFIUS Sicherheitsbedenken angemeldet hatte. Die Produktentwicklung sei demnach schon von der in China erhältlichen Schwester-App "Douyin" getrennt. Außerdem seien externe Berater angeheuert worden, um die Sicherheit der gespeicherten Nutzer-Daten in den USA zu überprüfen. Als Zugeständnis an CFIUS wolle das Unternehmen zudem ein Team in Kalifornien aufbauen, dass die Verwendung der Daten überwachen soll. Dort falle auch die Entscheidung, ob chinesische Software-Entwickler darauf zugreifen dürften. Außerdem würden zusätzliche Programmierer in den USA eingestellt.

Die geografische und technische Trennung des Geschäfts könne die Bedenken der CFIUS zerstreuen, sagte Anwältin Nevena Simidjiyska von der Kanzlei Fox Rothschild, die nicht mit dem Fall befasst ist. Die Neuordnung sei ein Zeichen, dass "TikTok" von der chinesischen Mutter und der dortigen Regierung unabhängig sei.

Zensurvorwurf

Nach Angaben von ByteDance werden Informationen über die US-Nutzer bereits jetzt vor Ort gespeichert. Ein Backup gebe es in Singapur. Außerdem habe die Regierung in Peking kein Recht, auf diese Daten zuzugreifen. US-Parlamentarier hatten sich unlängst wegen angeblicher Zensur für eine Sicherheitsüberprüfung von "TikTok" ausgesprochen. Das US-Militär nimmt die App nach eigenen Angaben bereits unter die Lupe. "TikTok" speichert neben den Kontakt- und Anmeldedaten auch den Standort der Nutzer sowie mit der App geteilte Bilder und Videos.

ByteDance ist eines der am schnellsten wachsenden chinesischen Startups. Die "TikTok"-App wurde in den zwei Jahren seit der Einführung bereits 1,5 Milliarden Mal heruntergeladen. Dem Branchendienst SensorTower zufolge ist sie im laufenden Jahr nach "WhatsApp" und "Messenger" die drittbeliebteste App, die kein Videospiel ist. Auf "TikTok" sind auch zahlreiche Promis wie die Sängerinnen Ariana Grande und Katy Perry aktiv. (apa/reuters)