Glück kann man nicht kaufen, sagt man. Aber wenn Dagobert Duck in seinen halb gefüllten Münztresor köpfelt, sieht er dabei schon ziemlich glücklich aus - ahnungslos, dass er sich im echten Leben dabei wohl mehr als bloß den Schnabel brechen würde. Und auch außerhalb von Entenhausen scheint eine enorme Faszination von der Jagd nach dem schnöden Mammon auszugehen, besonders wenn sich besagter Mammon alles andere als schnöde versteckt, nur unter größten Strapazen von einigen wenigen gefunden werden kann und durch seine widerspenstige Abwesenheit zum unwiderstehlichen Mythos wird - vulgo: zum Schatz.

Das Motiv der Schatzsuche ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit überhaupt, zumindest würde das der Jäger-und-Sammler-Mentalität entsprechen. Doch gerade der Schatz selbst erhebt sich über die profane Gier nach Geld und Reichtum, in manchen Geschichten stürzt er jene, die allzu verbissen nach ihm suchen, in den Wahnsinn, straft sie ab mit üblen Plagen. Ohnehin geht es dabei ja auch nicht um seinen monetären Wert allein. Vom Nibelungenhort bis zu Gollums Ring, vom Heiligen Gral bis zur Osttiroler Frühstückspension sind es eher die Umstände und Hintergründe seines Verschwindens und Wiederauftauchens, die die Gemüter bewegen.

Geld alleine macht eben noch lange nicht glücklich, sagt man. Und nicht alles, was glänzt, ist Gold. Das sagt man ebenfalls gern, könnte es aber auch umformulieren in: Nicht alles, was Gold ist, glänzt. Immerhin verbergen sich oft auf verstaubten Dachböden oder in modrigen Schubladen ungeahnte Schätze, deren Wert nur noch keiner kennt. Nach ihnen muss man auch nicht lange mit einer vergilbten Schatzkarte oder Indiana-Jones-Schlapphut suchen, man kann sie einfach der großmütterlichen Obhut entwenden und zu "Bares für Rares" bringen. Nach dem großen Erfolg der deutschen Trödel-Serie, die in breitem Publikum von Jung bis Alt den Hobby-Antiquaren geweckt hat, startet sie nun auch mit einem Österreich-Ableger. Am Sonntagabend vermitteln Moderator Roland Gruschka und "Bares für Rares"-Urgestein Horst Lichter auf ServusTV (20.15) gemeinsam zwischen österreichischen Händlern und Anbietern und ziehen einmal mehr die Grenze zwischen Rarität und Ramsch. Zur Begutachtung stehen etwa eine Leuchtreklame oder eine Schaufensterpuppe aus den 20ern. Und was war noch gleich ein Chronodeik? Oder viel wichtiger: Wie viel könnte der wert sein?

Dass ein echtes Königszepter durchaus einiges einbringen könnte, ist hingegen keine Frage. Dessen ist sich in "The Score" (Sa., 20.15, RTLII) auch Meisterdieb Nick Wells (Robert De Niro) bewusst. Eigentlich wollte er sich schon längst zur Ruhe setzen, doch dem Angebot seines Auftraggebers Max (Marlon Brando) kann er schließlich doch nicht widerstehen. Das Entwenden des 30 Millionen Dollar schweren französischen Goldzepters aus einem Zollgebäude in Montreal, in dem es für einige Tage gelagert ist, wird allerdings schon bald zur heiklen Mammutaufgabe, personifiziert als Nicks Partner Jack (Edward Norton). Üblicherweise bestreitet Nick seine Raubzüge nämlich alleine, und das aus gutem Grund, wie sich zeigen wird, als Jack sich plötzlich gegen ihn wendet und das Diebesgut für sich allein beansprucht. Glücklicherweise hat sich Nick in weiser Voraussicht abgesichert - große Schätze ziehen eben nicht nur noble Charaktere an.

Besonders, wenn diese Schätze auch noch magische Fähigkeiten besitzen. In "Das Medaillon" (Sa., 20.15, Tele5) jagen der Hongkonger Inspektor Eddie Yang (Jackie Chan) und die Interpolagenten Nicole James (Claire Forlani) und Arthur Watson (Lee Evans) dem Kriminellen Snakehead (Julian Sands) nach, der wiederum einem Medaillon nachjagt, das unermessliche Kraft und Unsterblichkeit verleihen soll. Als Angehöriger einer Kriegerkaste mit Talent zum Verbrechen wäre das Zauberschmuckstück in seinen Händen wohl eine Waffe. Zwar schafft er es zunächst, den jungen Hüter des Medaillons und damit das Medaillon selbst in seine Gewalt zu bringen, doch seine rechtschaffenen Verfolger sind ihm bereits dicht auf den Fersen und es kommt zum Showdown Gut gegen Böse, Bescheidenheit gegen Gier. Man könnte fast sagen: Im Gold spiegelt sich der Charakter.