In den Einkaufsstraßen kämpft Weihnachtsbeleuchtung gegen früh einsetzende Dunkelheit, akustisch wird die Jagd nach dem richtigen Geschenk einschlägig untermalt und die Weihnachtsmärkte sind eröffnet. Es ist Advent. Wie mehr oder weniger besinnlich die "stillste Zeit im Jahr" begangen werden kann, spiegelt sich alle Jahre wieder im Fernsehprogramm. Bilder von verschneiten Bauernhöfen, in denen Krippen aufgestellt werden, haben eine durchaus beruhigende Wirkung. Weihnachtsbäckerei, Adventkranz und Christbaum gehören in unseren Breiten in die Winterzeit. Dass Schnee mittlerweile zur Seltenheit gerät und für Stille tatsächlich einsame Orte aufgesucht werden müssen, macht beides zu etwas Besonderem.

Richtig laut und tatsächlich wenig besinnlich wird es in den Weihnachtsklassikern der amerikanischen Filmindustrie. Ohne stromfressende Megabeleuchtung kommt offenbar kein Haus aus und weder bei Geschenken noch bei Verpackung gibt es irgendeine Form der Zurückhaltung. Nichtsdestotrotz ist auch in der Vorweihnachtszeit gegen ein wenig seichte Unterhaltung kaum etwas einzuwenden. Bekannte Gesichter in Weihnachtsfilmen, die durch zahlreiches Ungemach stolpern, können mitunter über Defizite des eigenen Weihnachtsfestes hinwegtrösten. Und da "Stirb langsam 1.0" an einem Weihnachtsabend spielt, dürfen wir alljährlich bis zur letzten Folge um John McClane bangen.

Tim Allen, einstiger Heimwerker-King, hat auch schon Santa Claus gemimt. Am Samstag will er in "Verrückte Weihnachten" (Sa., 20.15 Uhr, VOX) als Vater Luther Krank Weihnachten ausfallen lassen, da Tochter Blair (Julie Gonzalo) aus dem Haus ist. Mit Ehefrau Nora (Jamie Lee Curtis) plant er eine Kreuzfahrt. Dieses Ansinnen wird von den Nachbarn nahezu als Frevel angesehen, da meldet Blair kurz entschlossen doch ihren Besuch zu Weihnachten an. Innerhalb weniger Stunden muss das perfekte Weihnachtsfest organisiert werden. Der anspruchslose Weihnachtsklamauk basiert auf dem Roman "Das Fest" von John Grisham.

Als Ghostbuster bekannt geworden, schlägt sich Bill Murray auch zu Weihnachten mit Geistern herum. In der Rolle des reichen, rücksichts- und gefühllosen Francis Xavier Cross, Produzent einer Weihnachtssendung, wird er vom Geist seines ehemaligen Chefs heimgesucht. "Die Geister, die ich rief" (Sa., 22.20 Uhr, Sat1) lässt Francis wie in Charles Dickens Weihnachtsgeschichte durch die Konfrontation mit den Geistern der ehemaligen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht zum Menschenfreund mutieren.

Was wäre die Weihnachtszeit ohne "Stirb langsam"? In 4.0 dieser Actionreihe (Sa., 20.15 Uhr, Pro7) hat es Bruce Willis als John McClane mit einem bevorstehenden Fire Sale zu tun. Eine Terroristengruppe um Thomas Gabriel (Timothy Olyphant) will am Unabhängigkeitstag die gesamte Infrastruktur des Landes lahmlegen. Ziel ist nichts Geringeres, als sich der Finanzen der USA zu bemächtigen. Nachdem McClane in bewährter Manier beinahe die Hälfte seiner Gegner ausgeschaltet hat, wird seine Tochter entführt.

Wesentlich ruhiger geht ORFIII den Advent an. "Advent im Hoamatland" (Sa., 16.40 Uhr, ORFIII) zeigt weniger Bekanntes wie das "Frauentragen", bei dem ein Bild der Muttergottes von Haus zu Haus getragen wird. Das Bild bleibt jeweils eine Nacht in der Gastfamilie, dann geht die Reise weiter. Grundgedanke ist die Herbergssuche von Maria und Josef in Bethlehem. Die "Kripperlroas" (Sa., 17.15 Uhr, ORFIII) widmet sich der Krippenkunst im Salzkammergut. Viele Türen öffnen sich in der Adventszeit, um Besuchern Krippen zu präsentieren, die mitunter seit Generationen in der Familie sind. Besonderes wie eine Nagelkrippe, die bereits bei der Geburt Jesu auf sein Ende verweist, oder Raumfüllendes wie die Salzkammergut-Landschaftskrippen sind zu bewundern.

Einem besonders schönen Exemplar widmet sich "Krippenzeit im Salzkammergut" (Sa., 17.45, ORFIII). Beim Lippenbauer im Rettenbachtal bei Bad Ischl, nimmt die Krippe die halbe Stube ein. Sein Urgroßvater hat sie geschnitzt. Die Figuren setzen Ereignisse aus der Gegend in Szene, die damit für lange Zeit im allgemeinen Gedächtnis bleiben.

Das "Weihnachtskonzert Grafenegg" (So, 20.15 Uhr, ORFIII) steht heuer im Zeichen der Königin der Instrumente. Nach den Orgelkonzerten von Händel endet der Abend mit dem "Weihnachtskonzert" von Arcangelo Corelli. Dirigiert wird das Tonkünstler Orchester von Stefan Gottfried. Jeremy Joseph an der Orgel, Regula Mühlemann, Sopran, und Elisabeth Kulmann, Mezzosopran, bestreiten den Abend.