Der ORF-Stiftungsrat tritt am Donnerstag zu seiner Dezembersitzung zusammen. Als ein zentraler Punkt steht der Finanzplan für 2020 auf der Tagesordnung, doch im Vorfeld schlug ein anderes Thema Wellen im ORF-Teich: Ein weiteres Mal geht es um die TV-Information.

Anlass war ein Mail von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, über das rund um die Sitzung des Finanzausschusses des Stiftungsrats am Montag mehrere Medien berichteten. Darin stelle er eine Zusammenlegung der Information von ORF 1 und ORF 2 in den Raum - die erst mit der Einführung des "Channel"-Prinzips im Vorjahr klar getrennt wurden. Über die Hintergründe wird auf dem Küniglberg, in Stiftungsratskreisen und in den Medien nun spekuliert. Schließlich war die Besetzung von Channel-Management und -Chefredaktionen nicht ohne politische Begleitmusik vonstattengegangen, da konnten alle Beteiligten allfällige parteipolitische Punzierungen noch so vehement zurückweisen.

Redakteure beklagen "Missstände"

In der Ausschuss-Sitzung sei es dann nicht um die gesamte ORF 1-Information gegangen, heißt es bei Sitzungsteilnehmern. Im Raum stehe aber eine Überführung der aktuellen Info-Formate - also vor allem der Kurz-ZiBs - in die Verantwortung von ORF 2. Vom ORF gab es am Dienstag auf APA-Anfrage dazu keinen Kommentar. In der ORF 1-Infocrew ist die Stimmung schon bisher nicht gerade bestens - erst unlängst hatten die Redakteurinnen und Redakteure "Missstände" beklagt und die "journalistische Freiheit und Qualität der Infosendungen" als gefährdet betrachtet.

Weniger turbulent stellt sich das ORF-Budget für 2020 dar. Der Öffentlich-rechtliche plant wieder mit einem operativ ausgeglichenen Ergebnis, das 0,2 Millionen Euro betragen soll, wie aus der APA vorliegenden Zahlen hervorgeht. Insgesamt rechnet der ORF mit Umsatzerlösen von 977,6 Millionen Euro und liegt damit unter dem Budget für 2019 (991,1 Millionen Euro). Die Werbeeinnahmen werden mit 210,8 Millionen Euro deutlich unter dem Plan für heuer (226,7 Millionen Euro) budgetiert. Mehr Geld gibt es dafür aus den Gebühren, die Erlöse aus dem Programmentgelt sollen auf 647,2 Millionen. Euro steigen, das sind um 8,6 Millionen Euro mehr als für 2019 geplant.