Es sind große Fußstapfen und eine noch größere Leere, die "Game of Thrones" in diesem Jahr hinterlassen hat. Den Versuch von Netflix, dieser Leere eine Eigenproduktion entgegenzusetzen, kann man sich seit dieser Woche ansehen. Wobei man "The Witcher" eher als halbherzigen Versuch sehen muss. Auf der Basis des Bestseller-Games soll der "Witcher" eine epische Erzählung in einer ganzen Fantasiewelt sein. Hauptfigur ist dabei Geralt von Rivia, ein Einzelgänger und Monsterjäger, der seine Kräfte auch aus einer Mutation zieht, die ihn in den Augen der Bewohner der Welt als Ausgeburt des Bösen erscheinen lässt. In der ersten Folge geht es um eine junge Prinzessin mit einem großen Geheimnis.

"The Witcher" sollte aufgrund der Popularität des gleichnamigen Video-Games eigentlich ein Selbstläufer sein. Auch dort steuert man Geralt durch seine Monsterwelt. Kritiker wie auch Rollenspiel-Fans waren gleichermaßen von dem Game begeistert, von dem weltweit 20 Millionen Stück verkauft wurden. Doch die Reaktionen auf die Verfilmung sind verhalten. Zu flache Dialoge, zu wenig Tiefe in der Geschichte und eine Exposition, die so gar nichts von der Faszination der Witcher-Welt vermitteln kann. Was Genre-Fans wohl dennoch nicht davon abhalten wird, die Serie zu konsumieren. Stichwort: Leere.

Aus der Realität gesaugt

Ein besonderes Weihnachtspäckchen legt Netflix den SciFi-Fans unter den Nadelbaum: Just am 24. Dezember startet die lange erwartete zweite Staffel von "Lost in Space". Die Serie handelt von den Abenteuern der Familie Robinson, die auf der Reise zur Neubesiedlung des Sonnensystems "Alpha Centauri" ist. Doch die Reise geht schief und die Siedler müssen auf einem unbekannten Planeten notlanden, wo sie auf einen mysteriösen Roboter stoßen, der sich ihnen anschließt. Er scheint Gefallen an dem kleinen Buben der Robinsons zu finden, mit dem sich eine Freundschaft entwickelt. Staffel 1 endete mit einem Cliffhanger: Gerade als wir dachten, die Familie Robinson sei endlich außer Gefahr, wurden sie auf mysteriöse Weise von einem namenlosen Planeten in eine andere Dimension gesaugt.

Wo sie genau landen, ist offen, aber es bedeutet einen neuen Überlebenskampf für die Weltraum-Reisenden. Gleich am 26. Dezember legt Netflix mit der synchronisierten Fassung der zweiten Staffeln von "Salvation" nach. Die Serie konzentriert sich auf die Auswirkungen der Entdeckung eines Asteroiden, der die Erde in nur sechs Monaten kritisch treffen wird, und den Versuchen, diesen Einschlag zu verhindern. Es bleibt übrigens bei zwei Staffeln, CBS hat die Serie kürzlich eingestellt.

Am 1. Jänner kann man sich auf die Wiederkehr des Messias freuen. Die Rückkehr in "The Messiah" ist jedoch kein Grund zur Freude, denn in der modernen Welt wird Jesus als internationaler Eco-Terrorist gejagt. Der erste Trailer zur Serie verspricht einen spannenden Thriller mit fantastischen Szenen.

Amazon Prime beginnt das neue Jahr respektlos, und zwar mit der 22. Staffel von "South Park". Die rabiate Animations- Serie ist nichts für Kinder. Die Abenteuer von Stan, Kyle, Kenny und Cartman verfolgen das Ziel, Leuten auf die Füße zu treten. Saddam Hussein, Osama bin Laden und zahlreiche Promis und Politiker waren in der Serie bereits Thema.

Noch warten hingegen heißt es auf das Highlight des Jänner, den Start der neuen Star-Trek-Serie "Picard". Am 24. Jänner hat dabei die Crew der Neunziger-Trek-Serien, alle voran Patrick Stewart, ihren Auftritt. Bereits vor der Premiere wurde eine zweite Staffel bestellt.