Es war einmal ein Fernseher mit zwei Programmen, die zu einer fixen Zeit beide ihr Programm beendeten und danach folgte mit dem Testbild ein optischer und akustischer Leckerbissen, der die Menschen in Richtung Bett brachte.

Man konnte sich als Zuschauer nach einem klaren Ablauf des Tages vor der Flimmerkiste richten. Nachrichten, Sport, Hauptabendprogramm. Sollte man einen Abend auswärts verbringen, musste man Filme als Wiederholung in der Nacht nachschauen oder aufnehmen. Es folgten Kabelfernsehen - oder Satellit, je nachdem. Danach mit höheren Bandbreiten kam das Zeitalter des Streaming. Kaum hatten sich die ersten Anbieter am Markt eingefunden, wurde schon vom Ende des klassischen Fernsehkonsums gesprochen. Dazu kam es bislang nicht, wohl aber zu drastischen Veränderungen. Das Ende des linearen Fernsehens wird wohl noch auf sich warten lassen. Die Palette an kostenpflichtigen Streaming-Diensten wuchs in der jüngeren Vergangenheit um einige große Namen an. Neben Netflix, dem weltweiten Platzhirsch, tummeln sich Amazon (Prime), Dazn, Disney und Sky.

Streaming boomt

Wer sich nun schon halbwegs auf den Kauf zweier Sender und unterschiedliche Senderprogrammierungen eingestellt hat, dem sei versichert, es kommt immer noch anders, als man dachte. Wer so verwegen ist und möglichst viel Spannendes sehen will, dem bleibt nur die Möglichkeit entsprechend viele Sender zu zahlen. Ein bisschen Sky am Morgen, Disney am Nachmittag, Amazon oder Netflix zur Primetime und dann noch die Nacht bei Dazn um die Ohren geschlagen. Es wundert wenig, dass sich viele Menschen einfach nur mehr einen Sender wünschen, der Alles zeigt (eher unrealistisch) oder aber wenigstens ein paar kostenlose Angebote für Abwechslung - hierbei kann geholfen werden. Erste Anlaufstelle für kostenlose Unterhaltung sind die Mediatheken der Fernsehsender. Sofern nicht für bestimmte Regionen blockiert, kann man das Programm der öffentlich-rechtlichen Anstalten nachschauen, zumeist über einen Zeitraum von sieben Tagen. Diese beschränkte Verfügbarkeit beziehungsweise deren Abschaffung ist übrigens eine der vielen, aktuellen Diskussionen in diesem Bereich. Von Seiten der Privatsender gibt es einige Apps und Angebote, die das Programm mehrerer Fernsehanstalten bündeln.

Im Windschatten der großen Anbieter, versuchen nun auch kostenloses Streaming-Dienste ihr Glück im Wettlauf um die Gunst der Kunden. Anfang Dezember startet mit Plex Free TV ein kostenloses Angebot, das sich über Werbeeinblendungen vor und nach den Filmen finanziert. Derzeit besteht das Angebot aus rund tausend Titeln von großen Studios wie MGM, Lionsgate, Legendary und Warner Bros, doch sind die meisten Filme und Serien eher unbekannt und/oder älter. Doch verspricht der Anbieter, dass das Angebot in Zukunft um weitere Partner und Inhalte wachsen wird. Ebenfalls kostenlos ist das Angebot bei Netzkino, das sich größtenteils auf B-Filme, aber auch einige Arthaus-Werke und Klassiker erstreckt. Zudem bietet Netzkino einen Yotube-Kanal. Als eigener YouTube-Kanal präsentiert sich Cinenet. Hier finden Zuseher diverse Filmperlen aus verschiedenen Jahrzehnten und Genres, die zwar nicht alle sehr bekannt, aber definitiv einen Blick wert sind. Gerade auch für einzelne Genres gibt es einige Angebote, so bietet etwa Crunchyrol zahlreiche Anime-Serien. Auch im Neuen Jahr wird es spannend, so hat Amazon angekündigt, seinen kostenlosen Dienst IMBb-TV auch in Europa starten zu wollen.