Den Auftakt des Technikjahrs markiert traditionell die Consumer Electronics Show (CES), die vom 8. bis 10. Jänner in Las Vegas stattfindet. Seit Jahren werden dort die neuesten Gadgets aus der Technikwelt präsentiert. 2013 war das zum Beispiel eine smarte Gabel, die vibriert, wenn man zu schnell auf ihr herumkaut. Doch so wenig die elektronischen Helferlein das Problem Übergewicht "lösen" könnten, so sehr drängt sich der Eindruck auf, dass sich viele Innovationen im Alltag gar nicht durchsetzen. Seit Jahren wird über den smarten Kühlschrank geredet, der automatisch Milch bestellt, wobei das mehr ein Imaginär der Industrie ist. Die meisten Menschen besorgen die Milch noch immer selbst im Supermarkt.

Ohnehin hat sich die CES in den letzten Jahren zu einer Automobilmesse entwickelt, die im Kalender der Autobauer fast noch wichtiger ist als die Branchentreffen in Detroit oder Genf. Kein Wunder: Autos sind Computer auf vier Rädern. In einem durchschnittlichen Fahrzeug stecken heute 150 Millionen Zeilen Programmiercode. Zum Vergleich: Das gesamte Space Shuttle kam mit etwa 400.000 Zeilen Code aus. Das Betriebssystem ist für die vollvernetzten Vehikel mindestens so bedeutsam wie das Getriebe. Auch Google drängt mit seinem Infotainment-System Android Automotive in den umkämpften Automarkt, der nicht nur wegen der neuen Antriebsstränge - Stichwort Elektrifizierung -, sondern auch wegen neuer Mobilitätsdienste vor einer gewaltigen Transformation steht.

Riskante Robo-Taxis

Tesla-Chef Elon Musk hat angekündigt, im kommenden Jahr eine Million Robo-Taxis auf die Straßen zu schicken, die die Fahrdienstleister Uber und Lyft unter Druck setzen sollen. Mit dem Taxi-Service "Tesla Network" sollen Tesla-Besitzer ihr autonomes Fahrzeug zum Robo-Taxi umfunktionieren: Wenn das Roboterfahrzeug den Besitzer zum gewünschten Ziel kutschiert hat, fährt es autonom durch die Stadt und sammelt per App Fahrgäste ein. Der Besitzer soll dann zwischen 25 und 30 Prozent des Beförderungstarifs als Provision kassieren. Verkehrsexperten sind alarmiert: Tesla hat 2016 einen tödlichen Unfall auf einem Highway in Florida produziert, weil die Sensoren einen im rechten Winkel kreuzenden weißen Sattelschlepper mit dem hellen Himmel verwechselt hatten. Ein fataler Fehler.

Wie jedes Jahr blickt die Tech-Community mit Spannung auf das iPhone-Release im September - der Event ist im Terminkalender der Geeks fest eingeplant. Gerüchten zufolge plant Apple den Start einer eigenen Datenbrille (Apple Glass). Fraglich ist, ob Apple mit einer Augmented-Reality-Brille mehr Erfolg haben wird als Google. Der Konkurrent musste sein Produkt Google Glass 2015 nach nur einem Jahr wieder vom Markt nehmen - die Träger wurden in den USA als "Glassholes" verunglimpft und aus Bars geworfen. Viele empfanden es als übergriffig, von Unbekannten mit einer kamerabewehrten Datenbrille gescannt zu werden. Ob sich die Gadgets im Konsumentenbereich durchsetzen werden, bleibt abzuwarten.