In Märchen und Sagen für Generationen verewigt, war die Beziehung zum Wald noch nie so emotional wie heute. Wo Bären und Wölfe den Wald noch bevölkern, wird er von Besuchern eher gemieden. Waldarbeit bedeutet Schwerstarbeit und das Bergen der gefällten Bäume forderte in vergangenen Zeiten zahlreiche Todesopfer. Köhler standen ganz unten auf der sozialen Leiter und im Gegensatz zu heute, wo gute Holzkohle durchaus zahlfreudige Kundschaft bedeutet, fanden sie damals trotz gesundheitsschädlichem Dauereinsatz kaum ihr Auslangen. Mit der Ausrottung des Raubzeugs, wie die großen Raubtiere wenig wertschätzend bezeichnet wurden, begann sich der Zugang zum Wald zu verändern: Schwammerlsuchen und Beerenpflücken konnte entspannter angegangen werden, Wanderer eroberten die grünen Lungen und schließlich waren auch die Mountainbiker nicht mehr fernzuhalten. Das Waldsterben in den 1980er Jahren bewegte Massen, brachte Umweltschützer auf den Plan und hält den Wald bis heute im kollektiven Bewusstsein. Die nicht in den Griff zu bekommenen Brände in Australien und die laufende Dezimierung des Regenwaldes erregen weltweit die Gemüter.

Arte geht am Samstag dem geheimen Leben der Bäume auf den Grund, denn Bäume haben Freund und Feind, sie kooperieren mit Pilzen und kommunizieren über feinstes Wurzelwerk miteinander. Auch Waldbrände gehören zur Erneuerung des Baumbestandes, solange sie nicht zu oft und in begrenztem Ausmaß auftreten. Pilze schließlich werden uns noch alle überleben. Sie sind erstaunlich ausdauernd und anpassungsfähig.

Das Wurzelwerk von Bäumen nimmt unter der Erde in etwa doppelt so viel Fläche ein, wie die Baumkrone. In einem einzigen Teelöffel Walderde befinden sich kilometerlange Pilzgeflechte. Über das "Wood Wide Web" der Pilze wird der Wald quasi zum gigantischen Organismus. Dort tauscht er Nährstoffe aus - und Nachrichten. Auch in der Waldluft schweben ständig chemische Botschaften, mit deren Hilfe Bäume kommunizieren.

"Unsere Wälder" (Sa., 20.15 Uhr, arte) beschäftigt sich mit dem borealen Wald, auch bekannt als "Taiga". Er erstreckt sich über Nordamerika, Finnland, Russland und Japan und ist der größte Wald der Erde, der neben den Ozeanen den höchsten Vorrat an Kohlenstoff bildet. Dieser Wald ist die Heimat von Elchen, Wölfen und dem sibirischen Tiger. Er brennt periodisch nieder und erneuert sich dadurch. Mit zunehmenden Wetterextremen häufen sich allerdings die Waldbrände. Der schrumpfende Nadelwald gefährdet den Permafrost. Enorme CO2-
Mengen drohen somit freigesetzt zu werden - das thematisiert "Die Wälder des Nordens" (Sa., 21.45 Uhr, arte).