Erst kürzlich ist bekannt geworden. dass eine obskure US-Firma namens Clearview AI eine Datenbank aus rund drei Milliarden frei im Internet zugänglichen Bildern zusammengestellt hat und auf dieser Basis einen Service zur Gesichtserkennung unter anderem diversen Behörden anbietet. Das Unternehmen setzte bei seiner Fotosammlung auf einen gewaltigen und smarten Datenstaubsauger, der Bilder von Facebook, YouTube, Twitter und Instagram abzog. Die Software analysiert die Fotos und erstellt automatisch Profile. In den USA sollen mehr als 600 Behörden, darunter das FBI und das US-Heimatschutzministerium, auf die Dienste von Clearview setzen.

Während in den USA ein privates Unternehmen sammelt, sorgt in China die staatliche Autorität selbst für die großangelegte Überwachung. Auch hier ist die automatisierte Gesichtserkennung ein zentraler Baustein, wie noch in anderen Bereichen, die als problematisch gelten und daher reguliert werden sollten. Dazu zählt das weite Feld der Drohnen, die als intelligente Schwärme automatisiert und selbstorganisiert das Töten in der Zukunft übernehmen könnten. Ebenso heftig gestritten wird über den Einsatz sogenannten Microelectromechanical Systems (MEMS), die in der Größe eines Salzkorns mit Sensoren ausgestattet, nicht nur unglaubliche spannende positive Anwendungsmöglichkeiten bieten können - etwa in der Medizin -, aber auch der Schrecken schlechthin werden können, wenn sie mit chemischen Kampfstoffen oder zur Überwachung eingesetzt werden. Diese Technologie, auch bekannt als "Smart Dust", also "intelligenter Staub", wird seit geraumer Zeit diskutiert, erlebt aktuell aber einen neuen Hype.

Alle genannten Technologien können sehr positive Möglichkeiten bieten, die Frage ist nur, wie bekommt man die negativen Seiten in den Griff? Im eigenen Haushalt - etwa als Zugangskontrolle - sind Gesichtskontrollen einsetzbar, was aber wenn "intelligente Haushaltsgeräte" zu Spionen umfunktioniert werden? Ein weiterer Problembereich sind sogenannte "Deepfakes" - Video- oder Audioclips, die mit künstlicher Intelligenz bearbeitet wurden, und zu perfekten Fälschungen führen. Man kann Menschen also Dinge in den Mund legen und dies auch noch im Bewegtbild vorführen, die niemals gesagt wurden. Hier droht weitere Gefahr: die Fake News Bots, die innerhalb kurzer Zeit aus einer einfachen Überschrift gefälschte Artikel erstellen und teilen können, die täuschend echt wirken.

Wie so oft steht am Ende die Frage, ob der menschliche Intellekt mit der maschinellen Intelligenz mithalten kann. Aus Sicht einiger Experten ist dies aber schon in Richtung Maschine entschieden, der Mensch hat allerdings noch immer die Entscheidungsmöglichkeit, wie Dinge eingesetzt werden sollen und was sie können dürfen. Also die Hoffnung lebt.