Kaum einem Hochleistungssport darf die dahintersteckende Anstrengung so wenig angesehen werden wie dem Ballett. Mühelose Leichtigkeit, Eleganz und Anmut vertragen sich nun einmal nicht mit vor Anstrengung verzerrten Gesichtern oder gar den Kraftakt begleitenden Lautäußerungen. Kein Wunder, dass so viel Schönheit zahlreiches Publikum anzieht. Einst der Oberschicht vorbehaltenes Vergnügen, ist der Besuch einer Ballettvorstellung mittlerweile für viele erschwinglich geworden. Die Anforderungen an die Tänzer haben sich nicht verändert: Ein knochenharter Job bietet eine kurze Karriere für wenige. Trotzdem sind die Ballettschulen voll und der Traum vom Spitzentanz im Tutu hat nichts von seiner Anziehung verloren. Den Samstagabend widmet 3sat dem Tanz. Das Ballett "Peer Gynt" in einer Inszenierung des rumänischen Choreografen Edward Clug eröffnet den Themenabend. Gefolgt von Dokumentationen über den Abschied eines Tänzers von der Bühne und modernen Ausdruckstanz. Leben und Werk des ungarischen Tänzers, Choreografen und Tanztheoretikers Rudolf von Laban beschließen den Tanzexkurs.

Auch die Habsburger erfreuten sich am Ballett. Es gehörte seit der Zeit von Leopold I. zur höfischen Kunst. Was es sonst noch Wissenswertes über Österreichs ehemaliges Herrscherhaus gibt, ist am Sonntag in 3sat zu erfahren. Einen ganzen Tag lang kann dem Mythos Habsburg gehuldigt werden. Dokumentationen über Kaiser Karl V. und Kaiser Franz Josef I. sowie 600 Jahre Habsburger verdeutlichen, wie sehr das Herrschergeschlecht die Geschichte Europas geprägt hat. Mehrere Spielfilme sorgen dafür, dass die Geschichtsstunde nicht zu trocken gerät.

Der mehrfach ausgezeichnete rumänische Choreograf Edward Clug setzt den norwegischen Klassiker "Peer Gynt" in der Vertonung von Edvard Grieg in das gleichnamige zeitgenössische Tanztheater um - "Peer Gynt" (Sa., 20.15 Uhr, 3sat). Seine Inszenierung von Henrik Ibsens Geschichte über den Bauernsohn Peer Gynt beschreibt Clug als "Handlungsballett" und "Theater ohne Worte".

Sie haben als Kinder zu tanzen begonnen und alles ihrer Leidenschaft geopfert. Wer professioneller Balletttänzer werden will, darf ein Berufsleben lang an nichts anderes denken. Nur ist dieses Leben äußerst kurz. Für viele endet mit kaum 30 Jahren die Karriere. Und dann? Der Film begleitet den holländischen Tänzer Jaimy van Overeem an seinem letzten Abend auf die Bühne der Wiener Staatsoper "Der letzte Tanz" (Sa., 22.05, 3sat).

Für sein Tanzdrama "Der Trommelstock tanzt" ließ sich Rudolf von Laban (1879-1958), ein Begründer des modernen Ausdruckstanzes, von altmexikanischen Trommelsprachen inspirieren - zu sehen in "Der Trommelstock tanzt" (Sa., 22.50 Uhr, 3sat). Die Filmemacherin Roberta Pedrini begleitete das gesamte "Trommelstock"-Projekt: von den Proben der Choreografie in Lourdes bis zu den Aufführungen auf dem Monte Verità.

"Rudolf Laban - Ein Leben für den Tanz" (Sa., 23.10 Uhr, 3sat): Der Film bietet einen Blick hinter die Kulissen einer zugleich mythischen und modernen Kunst. Rudolf von Laban eröffnete 1913 auf dem Schweizer Monte Verità seine "Schule für Bewegungskunst". Er vermittelte die Abkehr von Partitur und Rhythmus der Musik, um den eigenen Takt des Körpers zu finden.

Dem Herrscher des Reiches, in dem die Sonne nie unterging, widmet sich die Dokumentation "Zur Weltherrschaft berufen - Karl V." (So., 6.45 Uhr, 3sat). In Gent geboren, erbte Karl der Große 1519 das Erzherzogtum Österreich. Sein Interesse galt allerdings den Kolonien und er setzte sich in Spanien zur Ruhe. Mit 18 Jahren hat er den Thron bestiegen und 68 Jahre lang regiert: Franz Joseph I. war der am längsten dienende Herrscher der Habsburger-Dynastie und bereits zu Lebzeiten eine Legende,wie in "Der letzte große Kaiser - Franz Joseph I. zwischen Macht und Ohnmacht" (So., 7.30 Uhr, 3sat) zu sehen ist. In seine Ära fallen militärische Konflikte und persönliche Schicksalsschläge wie der Selbstmord des einzigen Sohnes und die Ermordung seiner Frau Elisabeth. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte der Niedergang: Enteignet und vertrieben, wurden die Habsburger in Österreich zum Feindbild - "Am Schauplatz: Die Habsburger" (So., 8.20 Uhr, 3sat). 100 Jahre später gibt es weltweit etwa 600 Menschen mit dem Familiennamen Habsburg. Die Macht ist gebrochen, aber der einstige Glanz des Hauses Habsburg lockt unzählige Touristen nach Österreich. Die Neuverfilmung von "Sisi" (So., 16.55 Uhr Teil 1, 18.35 Uhr Teil 2, 3sat) sowie die drei Teile des Spielfilms "Maximilian. Das Spiel von Macht und Liebe" (So., ab 20.15, 3sat) beenden das Thema Habsburg für diesen Sonntag.