Der Mensch lebt nicht vom Brot allein! Einen Vormittag in die Welt der Kunst eintauchen - der Sonntag auf 3sat macht es möglich. Ein Künstler und ein Galerist aus der ehemaligen DDR stehen dabei am Programm, dazwischen geht es nach New York zu einem Restaurator der Spitzenklasse.

Neo Rauch eröffnet in einem Interview Einblicke in seine Arbeit. Er ist der Shootingstar der "Neuen Leipziger Schule", einer Strömung der modernen Malerei der 1970er und 1980er Jahre. Markenzeichen seiner großformatigen Gemälde und Lithografien ist ihre märchenhaft-surreale Anmutung. In besten Händen sind Kunstwerke bei Christian Scheidemann. Dem Restaurator vertrauen die namhaftesten Künstler ihre Werke aus unterschiedlichsten Materialien an. Er konserviert Wüstenstaub auf einer Skulptur des amerikanischen Post-Pop-Künstlers Paul McCarthy unter dessen Augen in seinem Studio in Los Angeles oder untersucht ein Werk aus verwesender Schokolade. Als es in der DDR noch gar keine Galerien geben durfte, bot Gerd Harry Lybke bereits Künstlern eine Ausstellungsmöglichkeit. Welche Tricks er dafür anwenden musste, erzählt er in der Reihe "Kunsthändler".

Heute ist seine Galerie renommiert und nimmt an allen wichtigen Kunstmessen teil. Wem der Sinn doch eher nach Brot steht, der kann sich von französischer Küche verführen lassen. Butter, Butter und noch mehr Butter soll laut Julia Child ihr Geheimnis sein. Allerdings muss auf diese kulinarischen Genüsse bis zum Abend gewartet werden.

Wie kein Zweiter hat der Maler Neo Rauch den Begriff "Neue Leipziger Schule" geprägt: "Neo Rauch - Vom alptraumhaften Rausch des Malens" (So., 10.50 Uhr, 3sat). Seine figurativen Bilder sind ebenso rätselhaft wie zeitlos und entziehen sich jeder Interpretation. Kerstin Edinger hat den zurückgezogen lebenden Malerstar anlässlich seiner Retrospektive "Dromos" 2018 im niederländischen Zwolle getroffen und zu seinem Werk befragt. In Deutschland beachtet und bewundert, ist er in den USA längst ein von Sammlern begehrter Star. Seine Bilderwelt von leuchtender Farbigkeit soll nach eigener Aussage das Böse bannen und die Welt verzaubern.

Er kümmert sich um die verrückten Ideen und Materialien der Künstler: der New Yorker Star-Restaurator Christian Scheidemann. "Der Kunstflüsterer" (So., 11.05, 3sat): Der Film begleitet den "Kunstflüsterer" bei der Arbeit. Wer sich um die Haltbarkeit seiner Skulptur aus Eierschalen und seines Gemäldes aus Elefantendung oder Kaugummi sorgt, landet in seinem Studio. Der Film lässt an den sensiblen Momenten im Leben eines Kunstwerks teilhaben: beim Transport, in der Galerie, in einer privaten Sammlung, bei der Vorbereitung zu einer Ausstellung, aber auch, wenn ein Bild nach einem Schaden für unrettbar verloren erklärt wird.

Die Welt des Kunsthandels ist eine wenig transparente. Gemälde werden für über hunderte Millionen Dollar verkauft, obwohl der Materialwert selbst nur wenige Dollar ausmacht. Die dreiteilige 3sat-Reihe "Kunsthändler" wirft einen Blick hinter die Kulissen des schillernden Kunstbetriebs. Von Berlin, Paris, Basel, London bis Hongkong - über ein Jahr hat die Filmemacherin und Kunsthistorikerin Grit Lederer Händler und Galeristen begleitet. Einer von ihnen ist Gerd Harry Lybke. Er betrieb bereits eine private Galerie in Leipzig zu DDR-Zeiten, als darauf noch Gefängnis stand. In persönlichen Worten erzählt der mutige Sachse, was es vor dem Mauerfall 1989 bedeutete, Galerist zu sein. Mittlerweile ist seine Galerie "Eigen + Art" Teil des internationalen Kunstmarktes. Offen beschreibt Lybke, wie Preise auf dem Kunstmarkt generiert werden und welcher Vorarbeit es von Seiten des Galeristen bedarf, einen Künstler am Markt zu etablieren "Kunsthändler - Gerd Harry Lybke" (So., 11.55, 3sat).

In der Komödie von Nora Ephron kocht Julie Powell (Amy Adams) im Jahr 2002 alle 524 Rezepte aus dem 1961 erschienen Kochbuch von Julia Child (Meryl Streep) nach - in 365 Tagen: "Julie & Julia" (So., 20.15 Uhr, Sixx). Sie dokumentiert dieses Vorhaben in einem Blog. Childs Kochbuch der französischen Küche umfasst 700 Seiten und es dauerte einige Jahre, bis sie einen Verlag dafür fand. Julie Powells Blog ist erfolgreich, sie bekommt Angebote von Verlagen. Die Anerkennung von Julia Child jedoch will sich nicht einstellen.