"oe24.at" hat mit einem Artikel rund um den Tod des ehemaligen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider nach Ansicht des Presserats gegen Punkt 2.1 des Ehrenkodex der österreichischen Presse (Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Wiedergabe von Nachrichten) verstoßen.

In dem Artikel, in dem aus einem Gutachten einer Gerichtsmedizinerin zitiert wird, wird behauptet, dass Blut-und Gewebeproben nach Haiders Tod zumindest zehn Jahre aufbewahrt werden hätten müssen. Ein Leser kritisierte gegenüber dem Presserat, dass das nicht stimme. Dieser fragte bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt nach, die erklärte, dass eine weitere Aufbewahrung von Blutproben gesondert beantragt werden müsse. Da dies im konkreten Fall nicht erfolgt sei, habe die staatsanwaltliche Sicherstellung 2008 geendet.

Der Senat 2 des Presserats kritisiert, dass die Behauptung des im Artikel zitierten Obmanns des BZÖ Kärnten, die Staatsanwaltschaft habe "keine saubere Arbeit" geleistet, nicht hinterfragt und keine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft eingeholt worden sei. Gerade vor dem Hintergrund, dass rund um Haiders Unfalltod mehrere Verschwörungstheorien entstanden seien, die nach wie vor kursierten, wäre es "umso mehr erforderlich gewesen, die Behauptungen gewissenhaft zu überprüfen", stellte der Senat fest. (apa)