Das digitale Radiosystem DAB+ sieht sich in Österreich wie auch in Europa im Aufwind. So ist die Senderliste in Österreich um einen weiteren Sender gewachsen. "Mein Kinderradio", bekannt im Raum Wien, wo es auch auf 103,2 auf UKW sendet, ist ab sofort auch österreichweit auf DAB+ empfangbar. Der Sender richtet sich an Kinder und Eltern mit dem Ziel, ein pädagogisch wertvolles Hörfunkangebot zu bieten. Das Maskottchen "Radino" - ein Dinosaurier - führt durch den Tag und bietet ein vielfältiges Programmangebot: Bis 20 Uhr richtet sich das Programm mit Spieltipps, Geschichten oder Kinderlieder an seine jungen Hörerinnen und Hörer, danach folgen entspannte Klänge für das erwachsene Publikum.

"Durch das abwechslungsreiche Kinderradio können sich alle DAB+ Hörerinnen und Hörer in Österreich auf ein neues Zielgruppenangebot mit wertvollen Inhalten freuen", so der Verein Digitalradio Österreich in einer Aussendung.

Auch in Deutschland wächst das Angebot: Im Laufe des Jahres werden in Deutschland bundesweit weitere 16 digital verbreitete Radioprogramme an den Start gehen. Mit der Inbetriebnahme eines zweiten Bundes-MUX wird in Deutschland Digitalradio DAB+ über zwei Drittel der Bevölkerung erreichen und entlang der Autobahnen und wichtigen Verkehrswegen der Ballungszentren vollständig zu empfangen sein.

Der Start des DAB-Regelbetriebs hat in Österreich zu steigenden Absatzzahlen für DAB-Geräte geführt: Aktuelle Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK belegen die steigende Nachfrage nach Radiogeräten mit DAB+. Im 4. Quartal 2019 ist der Anteil an verkauften Radiogeräten mit DAB+ Empfangsmöglichkeit, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 35 Prozent gestiegen. Ein starker Aufwärtstrend bei den verkauften Radioempfangsgeräten ist festzustellen, wobei dieser sogar ohne die Zählung jener Verkäufe aus Onlinehandel und KFZ ermittelt wurd.

Dass es generell eine hohe Nachfrage im Bereich des Radiokonsums gibt, lässt sich auch beim kürzlich veröffentlichten Radiotest erkennen. Radio ist und bleibt das beliebteste Medium der Österreicherinnen und Österreicher. Trotz Spotify und Co. nutzen vor allem auch 14- bis 49-Jährige stark klassisches, terrestrisches Radio. "Als Digitalradio Österreich freuen wir uns sehr, dass die Mediengattung "Radio" trotz größter Medienkonkurrenz an Bedeutung gewinnt. 201 Minuten pro Tag konsumieren Herr und Frau Österreicher Radio - das ist wirklich herausragend und dafür gebührt der gesamten Branche höchster Respekt", so Wolfgang Struber, Vorsitzender von Digitalradio Österreich.

DAB-Empfang verpflichtend

Der Verein erwartet von der neuen Bundesregierung die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die DAB+ in Neuwagen verpflichtend vorschreibt. Bis 21. Dezember 2020 müssen demnach innerhalb der Europäischen Union alle Neuwagen den Empfang und die Wiedergabe von digital-terrestrischen Hörfunksignalen DAB+ ermöglichen. Darüber hinaus soll in Österreich sichergestellt werden, dass (im Sinne des Konsumentenschutzes) alle Radioempfangsgeräte verbindlich mit unbeschränktem UKW- und DAB-Empfang ausgestattet sein müssen. "Die Radiobranche braucht die Fortsetzung der Digitalisierungsoffensive für ein modernes Radio-Ekosystem samt seiner beachtlichen europäischen und heimischen Wertschöpfung, die auch den Endgerätesektor umfasst", zählt Wolfgang Struber die Vorteile einer EU-konformen Umsetzung auf. Neben der Empfangspflicht soll laut Digitalradio Österreich die UKW-Empfangspflicht selbstverständlich weiterhin bestehen bleiben, um das Geschäftsmodell UKW abzusichern. (bau)