Der Journalist und Mitbegründer des bedeutenden französischen Wochenmagazins "L'Obs", Jean Daniel, ist tot. Das Magazin gab den Tod des 99-Jährigen am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt. Daniel war demnach bereits am Mittwochabend nach einem "langen Leben voller Leidenschaft, Engagement und Schaffen" gestorben.

"Langes Leben voller Leidenschaft, Engagement und Schaffen": Die Mitarbeiter des Magazins ehrten ihren ehemaligen Chef als einen der meistgeschätzten Journalisten Frankreichs. - © APAweb/afp/Jacques Demarthon
"Langes Leben voller Leidenschaft, Engagement und Schaffen": Die Mitarbeiter des Magazins ehrten ihren ehemaligen Chef als einen der meistgeschätzten Journalisten Frankreichs. - © APAweb/afp/Jacques Demarthon

Die Mitarbeiter des Magazins ehrten ihren ehemaligen Chef als einen der meistgeschätzten Journalisten Frankreichs. Daniel sei Zeuge, Akteur und Gewissen der Welt gewesen, schrieb "L'Obs". Daniel war 1920 in Algerien geboren worden, er studierte Philosophie an der Sorbonne-Universität in Paris. 1964 übernahmen Daniel und der Unternehmer Claude Perdriel die Zeitschrift "France Observateur" und benannten sie in "Le Nouvel Observateur" um. Im Jahr 2014 erhielt die Wochenzeitschrift nochmals einen neuen Namen, "L'Obs".

Das Magazin ist bis heute eher linksgerichtet und für investigative Recherchen bekannt. Die bezahlte Auflage in Frankreich betrug im vergangenen Jahr nach Angaben der Pressevereinigung ACPM rund 216.000, was "L'Obs" zu einem der meistgelesenen Magazine Frankreichs macht. Daniel selbst war bis 2008 als Direktor tätig. (dpa)