Wie füllt Netflix die Fantasy-Lücke nach dem "Witcher?" Die Antwort hat der Streamingdienst soeben online gestellt. "Brief für den König" - erneut nach einer Fantasy-Buchvorlage ist ab Donnerstag abrufbar. Der junge Tiuri (Amir Wilson) steht kurz davor, zum Ritter geschlagen zu werden, da ereilt ihn ein Hilferuf: Er soll in das weit entfernte Königreich Unauwen aufbrechen, um dem dortigen König eine geheime Botschaft von enormer Wichtigkeit zu überbringen. Doch sofort heften sich unbekannte Feinde an seine Fersen, die die Überbringung des Briefes um jeden Preis verhindern wollen - und Tiuri schwebt mehr als einmal in Lebensgefahr. Von seinem Überleben hängt aber der Frieden des Landes ab, denn Tiuri könnte der prophezeite Held sein, dem es gelingt, die Bedrohung durch einen despotischen Prinzen abzuwehren.

Schon am Sonntag hat die erste Österreichische Netflix-Produktion (in Koproduktion mit dem ORF) ihre Streaming-Premiere. Sie führt uns ins Wien des Jahres 1886. Der junge Sigmund Freud (Robert Finster) ist noch weit von seinem heutigen Ruhm entfernt. Im Gegenteil: Vom medizinischen Establishment werden seine revolutionären Theorien über das Unbewusste und der Einsatz von Hypnose als kuriose Hirngespinste belächelt. Sein berufliches Ansehen steht ebenso auf dem Spiel wie seine Verlobung mit seiner geliebten Martha.

Mit Schnitzler auf ein Schnitzel

Nur auf seinen Freund Arthur Schnitzler kann er sich verlassen. Mit ihm besucht er auch so manches kokainberauschte Fest der feinen Wiener Gesellschaft. Als eine geheimnisvolle Mordserie die Stadt erschüttert und Wellen bis in die höchsten politischen Kreise schlägt, sieht Freud seine Stunde gekommen. Gemeinsam mit dem fragilen Medium Fleur Salomé (Ella Rumpf) und dem vom Krieg traumatisierten Polizisten Alfred Kiss (Georg Friedrich) versucht Freud herauszufinden, wer hinter der mysteriösen Mordserie steckt.

Wer nach Anthony Hopkins grandiosem Auftritt in "Die zwei Päpste" noch nicht genug weihrauchschwangeres Vatikan-Feeling inhaliert hat nun die Möglichkeit auf Nachschlag: Mit seiner neuen Serie "The New Pope" knüpft Oscar-Preisträger und Regisseur Paolo Sorrentino auf Sky an "The Young Pope" an und gestattet den Zuschauern wieder einen besonders originellen und provokant-humorvollen Blick auf das Papsttum in Rom. Lenny Belardo alias Papst Pius XIII. (Jude Law) hat es in The Young Pope geschafft als junger amerikanischer Pontifex durch seine charmante, aber durchaus rebellische Art Tausende Gläubige in seinen Bann zu ziehen - und auch in der neuen Staffel wird er verehrt. In "The New Pope" befindet sich der Vatikan aber in einer Ausnahmesituation: Pius XIII. liegt im Koma. Der Papststuhl muss nun so schnell wie möglich wiederbesetzt werden. Wieder spielt Jude Law als Papst Pius XIII. eine der Hauptrollen. The New Pope macht aber auch mit einigen weiteren prominenten Schauspielern wie John Malkovich als Papst Johannes Paul III. und Gaststars wie Sharon Stone und Marilyn Manson auf sich aufmerksam.

Am 23. März bringt Netflix "Unorthodox", die zweite deutsche Eigenproduktion, an den Start. In der Miniserie geht es um Etsy, eine junge Frau aus Williamsburg im New Yorker Stadtteil Brooklyn, die unter den strengen Regeln einer chassidischen Gemeinde lebt, die ihr gesamtes Leben bestimmt. Sie beschließt aus der arrangierten Ehe auszureißen und flüchtet nach Berlin, um sich selbst zu finden. Dort entdeckt sie eine neue Welt - doch ihre Vergangenheit holt sie ein. (bau)