Die Wiener Straßenzeitung "Augustin" lebte bisher vom Verkauf auf der Straße. Das ändert sich nun. Das Blatt bietet angesichts der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus Alternativen zum Verkauf auf der Straße an. Die Zeitung warb in einer Aussendung am Dienstag um Unterstützung. "Das Wichtigste ist jetzt, den finanziellen Verlust der rund 350 Verkäuferinnen und Verkäufer abzufedern", so Eva Rohrmoser vom "Augustin".

Die aktuelle Ausgabe des 14-tägig erscheinenden Blattes, das von Obdachlosen, Langzeitarbeitslosen und Asylwerbern vertrieben wird, ist ab sofort für drei Euro auch in digitaler Version erhältlich. Zudem wird ein zweimonatiges Print-Abo, das per Post zugestellt wird, angeboten. Um die Verluste durch den verminderten Straßenverkauf abzufedern, startet die Straßenzeitung am 25. März außerdem mithilfe der Plattform "Raumpioniere" eine Crowdfunding-Aktion.

Um Leser und Verkäufer zu schützen, seien bei der Zeitungsausgabe "höchste Vorsichtsmaßnahmen getroffen" worden, hieß es in der Aussendung. Alle Projekte wie Fußball, Tischtennis, Theater, Chor, Radiowerkstatt und Computerkurse wurden bis auf Weiteres ausgesetzt. Jenen Kolporteuren, die aufgrund ihres Alters oder diverser Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören, werde aus Sorge um ihre Gesundheit nachdrücklich empfohlen, vorerst auf die Kolportage zu verzichten. (apa)