Irgendwo hat jeder Mensch einen Punkt, an dem er bricht. Bei Esther "Esty" Shapiro ist der erreicht, als sie einen ihr völlig unbekannten Mann heiraten soll, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben. Das ist in der ultraorthodoxen jüdischen Glaubensgemeinschaft in Brooklyn nicht unüblich. Als der Mann von ihr die Gründung einer Familie verlangt, offenbart sie ihre Lage ihrer Klavierlehrerin. Mit deren Hilfe flüchtet sie nach Berlin. Eine Stadt, die ihr die Freiheit bringen soll.

In der deutschen Hauptstadt lernt sie den Musikstudenten Robert und dessen Clique kennen. Sie lernt die Freiheit schätzen. Aber für wie lange? Was sie nicht weiß ist, dass ihr Mann sie nicht so einfach davonkommen lassen will und ebenso nach Berlin reist.

Der Stoff aus dem Jahr 2012 erschien in Deborah Feldmans Biografie "Unorthodox". Es ist ihre eigene Geschichte. Die Flucht aus ihrem alten Leben in einer ultraorthodoxen jüdischen Glaubensgemeinschaft wurde zum Bestseller – und jetzt auch verfilmt. Ab Mittwoch ist die vierteilige Miniserie "Unorthodox" bei Netflix zu sehen. Eine der Produzentinnen ist Anna Winger, die bereits für "Deutschland 83" mitverantwortlich war.

Netflix hat für die Produktion Shira Haas gewinnen können. Die israelische Schauspielerin war bereits in der Drama-Serie "Shtitsel" zu sehen - eine israelische Netflix-Produktion, die ebenso im ultraorthodoxen Milieu spielt.

Neuer Roman in Amsterdam

Die Autorin hat sich als nächstes Projekt einen Roman vorgenommen. "Ich habe daran gearbeitet, dass ich als Schriftstellerin Geschichten schreiben kann, die ich erfinde, die ich erzählen möchte", sagte Feldman. Das habe sie erreicht, indem sie erstmal ihre Lebensgeschichte verfasst habe. "Aber ich löse mich jetzt davon."

Nun arbeitet die Autorin, die mittlerweile in der deutschen Hauptstadt lebt, an einem Roman. Er soll in Antwerpen spielen. "Es geht um eine komplizierte Hauptfigur, durch die man viel über eine geschlossene Welt erfährt", sagte Feldman. Es sei eine Gelegenheit, einen Winkel ihrer Herkunft zu entdecken. "In dem Roman geht es um den Kampf zwischen Tradition und Moderne, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Materialismus und Spiritualität. Zwischen Gott und der Welt sozusagen", sagte Feldman. "Das sind die ganz großen Themen, die ich immer erkunden wollte."

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https://youtu.be/WE0Pf79nMA8