Vor gar nicht allzu langer Zeit waren Arbeitstage mit Konferenzen und Meetings ausgefüllt, Schüler und Studentinnen sahen einander und ihr Lehrpersonal ebenso. Dann kam die soziale Distanz und wer Videokonferenztools bislang nur vom Hörensagen kannte, wird nun von Anrufen und Sitzungen über Internet und Kamera geradezu erdrückt.

Geschäftlich und privat

Am Markt der Anbieter entsprechender Lösungen herrscht derzeit wahrer Aufruhr, war doch nicht abzusehen, dass die Kapazitäten einmal nicht ausreichen und der Andrang so groß werden würde. Grund genug einen kleinen, aber feinen Überblick über die Angebote zu geben. Im ersten Teil werden es Firmenanwendungen sein, die Privatnutzer derzeit meist auch nutzen können, am Ende kommen dann jene Angebote, die sich eher an einen kleinen Kreis von gleichzeitigen Nutzern richten.

Bekannt und beliebt sind bei den professionellen und kommerziellen Videokonferenzlösungen: Skype, Microsoft Teams, Slack, Google Hangouts (Meet), Cisco Webex Meetings, Zoom, Goto Meeting, Lifesize (Go) und Blizz - neun Dienste, deren Grundversionen aber auch gratis verfügbar sind. Im Lichte der aktuellen Entwicklungen bei Zoom, das innerhalb weniger Wochen vom gefeierten Star zum Datenschutzdesaster wurde, gilt für alle Anwendungen: Achten Sie auf die Datenschutzeinstellungen, die Absicherung der Videokonferenzen durch Passworte oder Codes und mögliche Datenweitergabe an Dritte. Zoom hat nach heftiger Kritik und Datenweitergabe an Facebook und nach China drastische Änderungen angekündigt. Die Grafik zeigt eine Kurzzusammenfassung der Angebote nach DSGVO-Richtlinien - hier die

Die Beliebtheit von Zoom ist schnell erklärt - eine intuitive Bedienung, sehr viele Teilnehmer und auf unterschiedlichen Endgeräten nutzbar. Auch Hintergründe lassen sich dazuschalten und sorgen auch im Firmenkontext für Unterhaltung. Aber wie gesagt, achten Sie auf den Datenschutz. Ein Urgestein der Videokonferenztools ist Skype, ebenfalls unkompliziert in der Bedienung und auch für größere Teams zu nutzen. Zudem kann auf die Schnelle sogar eine Besprechung komplett ohne Registrierung eingerichtet werden.

Webex besticht nicht nur durch die mögliche Teilnehmerzahl, sondern auch durch seine Extras - während der Videoanrufe können der Bildschirm geteilt und auf virtuellen Whiteboards Ideen ausgetauscht werden. Für Textchats mit Dateianhängen steht kostenlos ein Gigabyte Speicherplatz bereit. Microsoft Teams wird derzeit nicht nur an Schulen, sondern in Unternehmen jeder Größe eingesetzt. Der Funktionsumfang ist groß und durch die Integration von Office auch schnell von einer IT-Abteilung aufzusetzen.

Goto Meeting ist in der Gratisversion auf 40 Minuten pro Gespräch und maximal vier Teilnehmer beschränkt, kann sich aber sehr gut nach oben skalieren lassen. Einfach zu nutzen, jedoch in der freien Version auch sehr beschränkt ist Blizz.

Eine Vielzahl professioneller und kostenpflichtiger Lösungen für Unternehmen buhlen derzeit um Kunden, hier seien Wire und Bluejeans exemplarisch erwähnt. Eine Sonderstellung nimmt das ausgezeichnete Jitsi Meet ein, handelt es sich doch um die einzige offene Lösung, die ihren Ursprung an der Universität Straßburg hat. Privatpersonen können es kostenfrei nutzen, professionelle Nutzer können Dienstleister wie den österreichischen Anbieter Fairmeeting beauftragen.

Für Freunde und Familie

Wenn wir schon bei Sonderfällen sind, dann ein Sprung in den privaten Bereich und dort zu Houseparty. Das Tool ermöglicht es, bis zu acht Personen in einem privaten, virtuellen Raum zu versammeln.

Wer es schon vergessen hat, auch Google lebt noch - mit Hangouts steht ein gutes Konferenztool bereit, das fast schon in Vergessenheit geraten ist. Wer sich nach kleineren Anbietern umsehen möchte, viele davon jetzt gerade kostenlos zu nutzen, dem seien RemoteHQ, Talky, Highfive, Spike, Tox, ICQ (ja, auch das gibt es noch) und 8x8 an Herz gelegt. Und wer es einfach will, der nutzt einfach WhatsApp oder Facetime am Handy, für einen kleinen Chat reicht es allemal.

Besonders schnell kann man mit dem kostenlosen Angebot Lifesize Go Videokonferenzen starten. Es ist jedoch ebenso wie die Gratisvarianten von Blizz, Slack und Goto Meeting nur für kleine Teams geeignet. Nicht so schnell an Gruppengrenzen stößt man bei Zoom, Webex Meetings und Skype und derzeit auch bei Microsoft Teams. Die Anwendungen unterscheiden sich meist in der Zahl der maximal möglichen Teilnehmer sowie in diversen Extra-Funktionen. Ob Teilnehmer sich mit einem eigenen Account, einem Link oder per Telefon einwählen, ist ebenfalls sehr unterschiedlich.