Wien. Hannes Schopf war eine Institution im österreichischen Medienwesen. Ein geradliniger, aufrechter Journalist, der als Basis eine klare christliche Wertehaltung nicht nur vertrat, sondern auch glaubwürdig lebte.

Schopfs Wertewelt beinhaltete eine solidarische, aber stets auch kritische Einstellung zur eigenen Gesinnungsgemeinschaft. Als ehemaliger Chefredakteur der katholischen Wochenzeitung "Die Furche" trat er nicht nur einmal als unbequemer Mahner gegenüber seiner eigenen Kirche in Erscheinung. Ob in Zeiten konservativer Restauration unter den Bischöfen Groer und Krenn oder als Kritiker des Hinauswurfs des Generalvikars Helmut Schüller unter Erzbischof Christoph Schönborn - als glaubwürdiger Vertreter einer liberalen Linie zeigte Schopf immer Flagge.

Er war auch von einer Ökumene überzeugt, die sich nicht auf Lippenbekenntnisse beschränkt. Schopf war daher mit seiner Einstellung ein respektiertes Mitglied in ethischen Einrichtungen wie dem Österreichischen Presserat. Diesem gehörte er jahrzehntelang als Mitglied an. In den letzten Jahren fungierte er in der angesehenen Ehrenfunktion eines Ombudsmannes. Dessen Funktion war es, zwischen Beschwerdeführern und Medien zu vermitteln. Eine Rolle, der Schopf durch sein Renommee, seinem Sachverstand, aber vor allem auch durch sein verbindliches, wenn auch bestimmtes Wesen in anerkannter Weise nachkam.

Schopf war bis zuletzt auch Vizepräsident des Presseclubs Concordia und früher Sprecher des Verbandes Österreichischer Zeitungen.

Der leidenschaftliche Skifahrer Hannes Schopf hat noch im März eine Einladung nach Ischgl angenommen. Ein Ausflug, auf den er sich im Freundes- und Bekanntenkreis besonders erfreut zeigte. Dort dürfte er sich mit dem heimtückischen Virus infiziert haben. Nach seiner Rückkehr klagte er über Beschwerden, die er zunächst als nicht schlimm einschätzte. Am Karfreitag verstarb er.

Hannes Schopf hinterlässt eine Frau und einen erwachsenen Sohn.