Eine scharfe Aussage mit einem kunstvollen Bild zu vereinen ist nicht einfach. "Das eine steht dem anderen oft im Weg", sagt Wolfgang Ammer, Karikaturist der "Wiener Zeitung". Dass er mit einer Karikatur zufrieden ist, dafür braucht es eine gut komponierte, spielerische und freie Zeichnung auf der einen, und eine spezifische auf eine Aussage reduzierte Stellungnahme auf der anderen Seite, erklärt er. "Erst wenn es gelingt, beide Komponenten auf einem hohen Niveau zu vereinen, dann findet ich ein Bild als gelungen".

Die Entscheidung zu zeichnen zeichnete sich schon früh ab, erzählt Ammer weiter. Er wurde in Steyr geboren und hegte schon in seiner Kindheit ein reges Interesse an Kunst und Politik, an den Menschen und deren Verhalten. Er studierte in Melbourne und Wien, seine Arbeiten sind international erschienen, unter anderem in der "New York Times", der "Asahi" (Tokio), im "NRC Handelsblad" (Rotterdam), der "Deccan Herald" (Bangalore), in der "FAZ" oder "Die Welt".

Eine Auswahl seiner Karikaturen hätte eigentlich im Herbst dieses Jahres im Karikaturmuseum in Krems ausgestellt werden sollen. Der Start wurde nun coronabedingt um ein Jahr verschoben. Zu sehen gibt es ausgewählte Ammer-Karikaturen, die in der "Wiener Zeitung" erschienen sind, aber auch schon jetzt. So zeigt die Online Ausstellung der "Wiener Zeitung" über "25 Jahre EU-Mitgliedschaft. Ein Rückblick in Texten, Bildern und Karikaturen"  eine Auswahl von Ammers politischen Bildern. Die Ausstellung wurde anlässlich der Europawoche in Zusammenarbeit mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich organisiert.  Virtuell eröffnet wurde sie von Martin Selmayr, vormals Generalsekretär der Europäischen Kommission. Selmayr leitet seit November 2019 diese Vertretung und fasste Ammers Arbeit in seiner Rede wie folgt zusammen: "Karikaturen sind ein Spiegelbild. Manchmal ein verzerrtes, manchmal ein zynisches Spiegelbild der Wirklichkeit. Und viele der Karikaturen von Wolfgang Ammer bringen uns zum Nachdenken, mit gutem Recht."