Die Entscheidung der philippinischen Regierung, die größte Medienanstalt des Landes zu schließen, stößt auf scharfe Kritik. "Das ist ein dunkler Tag für die Freiheit der Medien in den Philippinen", erklärte Amnesty International.

Die philippinische Journalistengewerkschaft NUJP sprach von einem "persönlichen Rachefeldzug" von Präsident Rodrigo Duterte gegen den Sender, der bisher täglich mehrere Millionen Menschen erreichte.

Mehrere Kanäle des Medienkonzerns ABS-CBN, zu dem Fernseh- und Radiosender gehören, hatten am Dienstag aufgehört zu senden. Vorausgegangen war eine plötzliche Anordnung der Regierung in Manila, den Betrieb einzustellen, nachdem am Montag die Sendelizenz ausgelaufen war.

Vorwurf der Einschüchterung von Kritikern

Zuvor hatten Regierungsvertreter noch zugesagt, dass der Betrieb vorübergehend weiterlaufen dürfe. ABS-CBN war 2016 in Konflikt mit Duterte geraten, nachdem dieser dem Konzern vorgeworfen hatte, seine Wahlwerbung nicht auszustrahlen und bereits dafür gezahlte Beträge nicht zu erstatten.

Duterte wird seit Beginn seiner Amtszeit vorgeworfen, unliebsame Kritiker aus Politik und Medien einsperren oder einschüchtern zu lassen. Menschenrechtler vergleichen sein Vorgehen mit dem des früheren philippinischen Diktators Ferdinand Marcos, der in den 1970er-Jahren mithilfe des Kriegsrechts Kritiker mundtot machte. (apa)