Wien. Die Corona-Krise verdeutlicht besonders, dass die Bevölkerung an einer seriösen Berichterstattung im Bereich Wissenschaft, Medizin, Forschung und Bildung interessiert ist. Einer Umfrage des Medienhauses Wien zufolge vertrauen sogar junge Menschen klassischen Medien wesentlich mehr als populären Social-Media-Plattformen. Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten fordert angesichts dessen ein Umdenken bei der Vergabe der Medienförderung. "Qualität, und nicht Auflage, sollte belohnt werden", betont Vorstandsvorsitzende Eva Stanzl in einer Aussendung. Die Krise zeige auch, wie wichtig eine hinreichende finanzielle, personelle und kompetenzmäßige Ausstattung von Bildungs- und Wissenschaftsredaktionen sei.

"Kein seriöses Medium, das umfassend informieren will, kann ohne den Pfeiler Bildungs- und Wissenschaftsjournalismus auskommen", betont Stanzl, die auch selbst Wissenschaftsredakteurin bei der "Wiener Zeitung" ist.

Zielgerichtete Vergabe

Umso mehr sei es nötig, "die öffentliche Medienförderung nicht mit der Gießkanne, die etwa nach Auflage bemessen wird, zu vergeben, sondern sie zielgerichtet dafür einzusetzen, die Qualität der Berichterstattung voranzutreiben", bekräftigt der stellvertretende Klubvorsitzende Martin Kugler. Ziel müsse sein, der Bevölkerung seriöse und auf Fakten basierende Information zu vermitteln, damit die Bürger informierte Entscheidungen treffen können. Mehr Geld soll es, so die Forderung, für Medien geben, die ein Wissenschaftsressort mit fix angestellten, gut ausgebildeten Redakteuren unterhält.(gral)