Am Donnerstag (25. Juni) tritt der ORF-Stiftungsrat zum ersten Mal in der neuen Zusammensetzung nach dem Regierungswechsel zusammen. Das wegen der Coronakrise geplante Sparprogramm, der Jahresabschluss 2019 und der Stand der Digitalisierung werden das oberste ORF-Gremium beschäftigen.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens - sowohl heuer als auch 2021 - stand auch im Zentrum des Finanzausschusses am gestrigen Montag, sagte Thomas Zach, Leiter des bürgerlichen "Freundeskreises" im Stiftungsrat und Vorsitzender des Finanzausschusses, im Gespräch mit der APA. "Wir haben uns sehr intensiv mit möglichen Entwicklungen für das Jahr 2020 auseinandergesetzt", so Zach.

75 Millionen Euro einsparen

Der ORF plant im kommenden Jahr Einsparungen von 75 Millionen Euro, wie Generaldirektor Alexander Wrabetz vor kurzem ankündigte. Für heuer rechnet der ORF wegen der Coronakrise mit einem operativen Minus zwischen rund 29 und rund 54 Mio. Euro, hieß es zuletzt.

SPÖ-Stiftungsrat Heinz Lederer forderte im Vorfeld der Sitzung gegenüber der APA, "mit der Rasenmähermethode und dem Köpfezählen aufzuhören". Um die Auswirkungen der Krise auf das Unternehmen abzufedern, spricht er sich für eine Refundierung der Mittel, die dem ORF durch Gebührenbefreiungen entgehen, aus. Zudem fordert Lederer, dass sich der ORF damit auseinandersetzt, ob er in der Krise ausreichend "well balanced" berichtet hat.

Auch die strategische Ausrichtung des ORF für die Jahre 2021 bis 2025 wird den Stiftungsrat am Donnerstag beschäftigen, bestätigte Zach. Die aktuelle Strategie läuft 2020 aus. Außerdem werden die Fortschritte beim Thema Digitalisierung und beim Medienstandort Küniglberg thematisiert.

Die letzte Sitzung des Stiftungsrats, die für Mitte März angesetzt war, musste wegen der Coronakrise abgesagt werden. Am Donnerstag tritt das Gremium zum ersten Mal im heurigen Jahr wieder im ORF-Zentrum am Küniglberg zusammen. Dabei sind erstmals jene Mitglieder, die aufgrund des Regierungswechsels neu in das Aufsichtsgremium entsandt wurden. (apa)