Wien. Die Corona-bedingte Krise der Medien macht auch vor dem ORF nicht halt. Durch den völligen Einbruch der Werbung im zweiten Quartal fallen erhebliche Teile des Jahresergebnisses flach. Das wird die ORF-Geschäftsführung dem Aufsichtsgremium, dem ORF-Stiftungsrat, am Donnerstag mitteilen. Das Gremium tritt da zum ersten Mal in der neuen Zusammensetzung nach dem Regierungswechsel zusammen. Das wegen der Corona-Krise geplante Sparprogramm, der Jahresabschluss 2019 und der Stand der Digitalisierung werden das ORF-Gremium beschäftigen.

Die wirtschaftliche Entwicklung sowohl heuer als auch 2021 ist grimmig. "Wir haben uns sehr intensiv mit möglichen Entwicklungen für das Jahr 2020 auseinandergesetzt", berichtet der Vorsitzende des Finanzausschusses, Thomas Zach. Der ORF plant im kommenden Jahr Einsparungen von 75 Millionen Euro, wie Generaldirektor Alexander Wrabetz vor kurzem ankündigte. Für heuer rechnet der ORF wegen der Corona-Krise mit einem operativen Minus zwischen 29 und 54 Millionen Euro, hieß es zuletzt.

Gebührendebatte

SPÖ-Stiftungsrat Heinz Lederer forderte im Vorfeld der Sitzung "mit der Rasenmähermethode und dem Köpfezählen aufzuhören". Um die Auswirkungen der Krise auf das Unternehmen abzufedern, spricht er sich für eine Refundierung der Mittel, die dem ORF durch Gebührenbefreiungen entgehen, aus. Zudem fordert Lederer, dass sich der ORF damit auseinandersetzt, ob er in der Krise ausreichend "well balanced" berichtet hat. Dies wird jedoch keine Zustimmung seitens der Regierungsfraktion finden.(bau)