Wien. Die Sonderförderung für Medien in der Corona-Krise wird erwartungsgemäß weiter aufgestockt. Der Ministerrat hat weitere drei Millionen Euro Sondermedienförderung beschlossen. Mit dieser Tranche der Förderung sollen Wochenzeitungen, Zeitschriften, Regionalzeitungen und Onlinezeitungen bzw. -zeitschriften 2020 einmalig unterstützt werden, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern.

Im Unterschied zur bisherigen Förderung wird diese pro Medieninhaber und pro Medienverbund geleistet. Dadurch sollen "jene Medien unterstützt werden, die einen großen Beitrag zu regionaler sowie interessensspezifischer Vielfalt leisten, bisher jedoch nicht oder unterproportional von den gesetzten Hilfspaketen unterstützt wurden". In der letzten Tranche war es so, dass mehrere Titel eines Verlages auch einzeln gefördert wurden. Dadurch konnte Verlage mit mehreren Titeln auch mehrmals berücksichtigt werden, was einen klaren Vorteil für große Medienhäuser darstellt.

Die Unterstützungsmaßnahmen ergänzen das Medienhilfspaket, mit dem neben der Sonderförderung für Tageszeitungen in Höhe von rund 9,7 Millionen Euro auch die Vertriebsförderung für Tages- und Wochenzeitungen einmalig auf rund 9,7 Millionen Euro erhöht wurde. Im Bereich des kommerziellen Privatrundfunks wurden zusätzlich 15 Millionen Euro und für den nicht kommerziellen Privatrundfunk zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Für die Grünen strich Mediensprecherin Eva Blimlinger hervor, dass damit auch erstmals Onlinemedien wie "Dossier" und "Mosaik" gefördert werden sollen. Voraussetzung ist demnach ein von den Lesern geleisteter Umsatz von zumindest 15.000 und maximal 100.000 Euro.

An der letzten Förderung wurde kritisiert, dass sie zu einem großen Teil (6,6 von 9,7 Millionen) an Boulevardmedien ging, da sie auf der Höhe der Druckauflage basierte. Inhaber von Tageszeitungen hatten einmalig jeweils 3,25 Euro pro Exemplar der durchschnittlichen Druckauflage erhalten, was den Boulevard klarerweise bevorzugt.

Streit um ORF-Player

Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda und Puls4-Chef Markus Breitenecker sind als Vorsitzende des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP) bestätigt worden. In einer Aussendung forderten sie mehr Maßnahmen zur Förderung der Privatsender und warnten davor, dem ORF "digitale Alleingänge" zu erlauben. Gemeint ist etwa der geplante ORF-Player. Eine weitere Stärkung des ORF, etwa durch Erleichterung im Online-Bereich, hätte "fatale Auswirkungen auf die Vielfalt und Qualität im Rundfunkmarkt".(bau)