Zu einem Gespräch gehören immer zwei – alles andere ist ein wenig ungesund. Und so ist es naturgemäß nicht einfach, die "Liebes’gschichten und Heiratssachen" nach dem Tod von Elizabeth T. Spira weiterzuführen. Und doch ist das dem ORF gut gelungen, wie die Premiere am Montag zeigte. Nina Horowitz führt das ORF-Erfolgsformat nun als Interviewerin und Gestalterin weiter.

Es ist ein sehr behutsamer Prozess, den Horowitz hier gestartet hat. Kein großer Umbau, mehr eine Neuaufstellung der Regale mit Bekanntem und Vertrautem. Der eine oder andere Schnitt etwas flotter, die Grafik frischer und die Stimme der Interviewerin ein bisschen weniger verraucht: Es ist ein bisschen so, als wäre die Sendung auf Urlaub gefahren und frisch erholt zurückgekommen.

Das Personal ist immer noch dasselbe. Ältere Herrschaften mit teils abenteuerlichen Vorstellungen, wie denn der oder die neue aussehen soll (20 Jahre jünger, agil, schlank und "natürlich wie George Clooney"). Aber genau diese heillose Selbstüberschätzung macht die Sache doch zu einer erfrischenden Katharsis. Es wäre schade gewesen, die Sendung einfach einzumotten. Eine erfahrene Gestalterin wie Horowitz, die die richtigen Zwischentöne findet, war die richtige Wahl. Auch das Publikum war angetan: Bis zu 1,04 Millionen Zuseher (33 Prozent Marktanteil 12+) waren dabei.

Nächste Folge: Mo., 13.7., 20.15, ORF2.