Soll niemand sagen, dass das Streaming-TV nicht genügend Spionage-Serien hätte. Wem "Homeland" oder "Fauda" gefällt, könnte von der neuen Serie "Tehran" auf Apple tv+ (Start: Freitag) begeistert sein. Mit "Fauda" hat der neue Spionage-Thriller den Autor gemein: Moshe Zonder, dessen israelische Netflix-Serie durchwegs exzellente Bewertungen hat, steuerte das Drehbuch zu "Tehran" bei.

Die neue Apple-Produktion ist vorerst auf acht Folgen angelegt, wovon, wie immer bei Apple, vorerst drei freigeschalten sind. Der Rest folgt im Wochentakt. "Tehran" erzählt die abenteuerliche Geschichte der Mossad-Agentin Tamar Rabinyan (Niv Sultan), die einen Undercover-Einsatz in Teheran überstehen muss. Es gilt, ein Kernkraftwerk von innen heraus zu hacken. Doch die Sache geht schief und Tamar muss im Iran untertauchen. Als sie versucht, sich ganz alleine durchzuschlagen, stößt sie auf ihre iranischen Wurzeln. Nicht nur das iranische Regime ist ihr auf den Fersen. Auch im Mossad macht man sich auf die Suche nach der vermeintlich übergelaufenen Ex-Kollegin.

Apple selbst am Ruder

Die Hauptrolle der IT-Expertin und Hackerin spielt die israelische Schauspielerin Niv Sultan, die bereits in "Flawless", "She Has It" und "Temporarily Dead" mit dabei war. An ihrer Seite wird der aus "Homeland" und "Crash" bekannte Shaun Toub zu sehen sein. Normalerweise hat das Streaming-Portal bei Kaufproduktionen wenig mitzureden. Bei "Tehran" hat Apple jedoch selbst mitgemischt und die Serie mit Kan 11 koproduziert.

Um Spionage im weitersten Sinne geht es auch bei "Deutschland 89", die nach Deutschland 83 und 86 dritte Staffel der "Deutschland-Reihe" (ab Samstag). In der zweiten Staffel kehrte der als Spion für die DDR requirierte NVA-Soldat Martin Rauch (Jonas Nay) zurück nach Deutschland, nachdem er am Ende der ersten Staffel nach Afrika verbannt worden war. In Afrika noch konfrontiert mit den Problemen der Apartheid, spürt Martin nun, dass die DDR ihrem Ende nah sein könnte. Das geht dann für viele schneller als gedacht: Denn zu Beginn der finalen Staffel fällt dann die Berliner Mauer.

Die Identität verschwindet

Für Martin, der als hochrangiger DDR-Spion gilt, stürzt damit eine Welt zusammen. Er war Spion mit Leib und Seele. Nun droht er, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Identität und Heimat gelten plötzlich nichts mehr. Die Genossen von der DDR sind arbeitslos und müssen sich nun neu orientieren.

Unter der Regie von Randa Chahoud und Soleen Yusef kommt das Ensemble wieder zusammen. Zu sehen sind unter anderem Anke Engelke, Lavinia Wilson sowie Fritzi Haberlandt und Florence Kasumba. Weiters: Corinna Harfouch und Luise von Finckh von "GZSZ".