Zehn Jahre sind vergangen, seit die Welt untergegangen ist. Zumindest die Zivilisation in "The Walking Dead" und seiner kleinen Schwester-Serie "Fear the Walking Dead". Während andere noch immer ziellos durch die Landschaft stapfen, nur um gelegentlich einem Untoten den Schädel wahlweise mit Klinge oder stumpfem Gegenstand zu matschen, sind andere schon weiter. Hier setzt die neue Serie, entwickelt von Scott Gimple und Matthew Negrete, an. In "The Walking Dead: World Beyond" ist es einer großen Gruppe von 9.000 Menschen gelungen, wieder so etwas wie eine postapokalyptische Gesellschaft aufzubauen. Gut verschanzt hinter hohen Mauern, herrscht wieder ein bisschen Alltag: Kids gehen in die Schule, jeder hat seinen Job zu erledigen.

Eine mysteriöse Privatarmee namens Civic Republic Military (CRM) sorgt für Sicherheit. Diese Gruppe ist uns bekannt. Sie waren es, die Rick Grimes im Hubschrauber weggeflogen haben. Mehr als ein Hint war das jedoch nicht. Etwas mehr hat man in "Fear the Walking Dead" rausgelassen: Althea hatte eine unvermittelte Liebesnacht mit Isabella, einer CRM-Soldatin. Hier lernen wir, dass die CRM über Hubschrauber und allerlei anderes in der Apokalypse durchaus brauchbares Equipment verfügt.

Zehn Jahre hinter Mauern aufzuwachsen, hat aber auch einen anderen Effekt auf die Teenager: Sie wissen eigentlich nicht so genau, wie gefährlich die Welt auf der anderen Seite ist, weil sie bestenfalls über verblasste Kindheitserinnerungen verfügen. Da kann man schon auf lustige Ideen kommen. Etwa die Teenager-Gruppe um Hope (Alexa Mansour) und ihre Schwester, die Vorzugsschülerin Iris (Aliyah Royale). Mit ihren Freunden Elton (Nicolas Cantu) und Silas (Hal Cumpston) macht man sich auf, den verschwundenen Vater zu suchen. Und kommt so erstmals so richtig mit der Welt jenseits der Mauer in Kontakt. Kein Wunder, dass der erste Blick auf einen besonders hässlichen Untoten das Frühstück wieder hochkommen lässt. Eine Gruppe Halbstarker in dieser Welt? Wir Wissende haben da ein ganz schlechtes Gefühl: Das könnte übel ausgehen.

Die Welt jenseits der Mauer

In der nun folgenden ersten Staffel lernen wir neben den ersten Schritten der Kids ins Draußen scheibchenweise, was es mit der CRM so auf sich hat. Big Boss der Armee ist Elizabeth Kublek (besetzt mit Primetime-Emmy-Gewinnerin Julia Ormond). Alles, was die Operationen betrifft, ist streng geheim. Wo die Civic Republic ihr Quartier hat, ist unklar.

Und überhaupt: Wo ist Rick geblieben? Wird er als Charakter auftauchen und sein Comeback feiern? Immerhin fand zwischen "The Walking Dead" und "Fear the Walking Dead" auch ein lebhafter Personalaustausch statt. So funktionieren Serien-Spin-offs nun mal. Im Unterschied zu den anderen Serien spielt der neue Ableger in Nebraska. Das hat mit der Geschichte zu tun. Man wollte eine Location ziemlich in der Mitte der Vereinigten Staaten.

Zombie-Nachschub in Sicht

Wie auch immer: "The Walking Dead: World Beyond" ist zunächst auf zwei Staffeln mit 20 Folgen konzipiert. Die nächste Staffel von "Fear the Walking Dead" startet schon in der kommenden Woche. Auch das Finale der zehnten Staffel von "The Walking Dead" soll am kommenden Wochenende auf Sky kommen. Auch eine elfte Staffel wird noch folgen. Dann soll, zumindest für die Hauptlinie, einmal Schluss sein.

Sogar für Hardcore-Fans ist das nicht wirklich zu früh. Die Sache ist mit diesem Ensemble so ziemlich auserzählt. Obwohl die Zombie-Szenen immer noch genauso witzig sind wie zu Beginn. Ein Zombie-Kill kann bekanntlich auch eine gewisse Situationskomik haben.