Wenn der Kühlschrank mit der Körperfettwaage kommuniziert, so spricht man vom "Internet der Dinge". Und ja, auch in diesem Fall gibt es einiges zu diskutieren. Eine Erweiterung dieses Bereichs stellt das sogenannte "Internet of Bodies (IoB)", das Internet der Körper, dar. Es vernetzt Dinge miteinander, die in beziehungsweise an menschlichen oder tierischen Körpern unter- oder auch angebracht sind und die auf die Umgebung oder den Körper selbst einwirken können, und es verbindet sie mit Geräten und Systemen aller Art.

Fitnesstracker, Herzschrittmacher, Smartphones und vieles andere mehr sammelt, mit Zustimmung oder auch ohne Einwilligung, Daten von den Nutzern. Auch wenn viele Anwendungen das Leben erleichtern und durchaus sinnvoll sind, so gibt es doch einige rechtliche und ethische Fragen, die nicht geklärt sind. In den USA hat nun die Denkfabrik RAND eine Studie mit dem Titel "Das Internet der Körper" veröffentlicht. Die Studienautoren mahnen eine stärkere Regulierung von am oder im Körper angebrachten Endgeräten, sogenannten "Wearables", ein. Aus ihrer Sicht würden diese Geräte einen Bereich, der bereits jetzt mit ethischen, moralischen und rechtlichen Risiken und Graubereichen überladen sei, weiter verkomplizieren. Ihre Empfehlung lautet daher, dass der US-Kongress Vorgaben rund um die Transparenz und den Schutz der erhobenen sensiblen persönlichen Informationen machen soll.

"Es werden riesige Datenmengen gesammelt, und die Vorschriften über diese Daten sind wirklich undurchsichtig", beklagt Studienleiterin Mary Lee und ortet einen rechtlichen "Wilden Westen"auf dem Gebiet.

Wem gehören die Daten?

"Es ist meist völlig unklar, wem die Daten gehören, wie sie verwendet werden und sogar, an wen sie verkauft werden können." Denn trotz seines revolutionären Potenzials könnte das Internet der Körper "unsere intimsten persönlichen Informationen gefährden", warnen die Wissenschafter.

Die Bedrohungslage reicht dabei vom Hacken von Herzschrittmachern oder Insulinpumpen bis hin zum Datenmissbrauch und der möglichen (illegalen) Nutzung von Datensätzen durch Unternehmen zum Nachteil der Kunden. So etwa Versicherungen, die aufgrund der Daten eines Fitnesstrackers eines Kunden Versicherungsleistungen einstellen und Ähnliches mehr. So geschehen im September 2016 in den USA. Damals bekamen Ermittler Zugriff zu den Gesundheitsdaten einer Herzpumpe und konnten so einen Versicherungsbetrug aufklären.

Lee und ihre Kollegen untersuchten vor allem die Gefahren, die von IoB-Geräten auf den Feldern Datenschutz, Cybersicherheit und Ethik ausgehen. Die IoB-Geräte "können den Aufenthaltsort, die Körperfunktionen und das, was die Benutzer sehen, hören und sogar denken, verfolgen, aufzeichnen und speichern", halten die Verfasser fest. In den USA gibt es unterschiedlichste Vorschriften und Regelungen, ebenso wie in Europa auch, sofern es überhaupt genaue Regelungen gibt. Datenmakler könnten so etwa, abhängig von dem US-Bundesstaat, in dem die Nutzer leben, Messwerte an Dritte verkaufen. Diesen stünde es dann offen, ein Profil über die Anwender zu erstellen. Der US-Konzern Amazon hat unter anderem schon Systeme im Einsatz, um über ein Armband die Produktivität von Mitarbeitern zu messen.

Man darf nicht vergessen, wie wichtige technologische Entwicklungen sind, aber man muss stets auch die Nutzer schützen und Datenmissbrauch verhindern.