"Wir waren zu dritt in dieser Ehe", erklärte die damalige Prinzessin Diana dem Fernsehpublikum und machte Prinz Charles jetzige Frau Camilla eigentlich verantwortlich für das Scheitern ihrer Ehe. Außerdem gewährte sie in dem Gespräch mit Journalist Martin Bashir erschütternde Einblicke in ihr Seelenleben und offenbarte so einiges aus dem Innenleben der britischen Königsfamilie.

Das BBC-Interview, ausgestrahlt am 20. November 1995, wurde von beinahe 23 Millionen Zuschauern gesehen, eine absolute Rekordzahl. Dianas Bekenntnisse  sorgten über Monate hinweg für Schlagzeilen. Bald danach ging die Ehe tatsächlich in die Brüche, sogar die Queen sprach sich für eine Scheidung aus.  Nur zwei Jahre später, im August 1997, kam Lady Di bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

25 Jahre nach dem spektakulären Interview steht die BBC unter Zugzwang: Das Interview von damals wird untersucht. Dabei geht es nach Angaben des Senders  um die Frage, ob der damals relativ unbekannte Interviewer Martin Bashir die Prinzessin mit Hilfe gefälschter Dokumente zu dem Gespräch bewegte. Dianas Bruder, Charles Spencer, gab an, dass Bashir ihm seinerzeit gefälschte Dokumente vorlegte, damit er seine Schwester zu dem Interview überrede.

Prinz William begrüßt die Untersuchung

"Die unabhängige Untersuchung ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Prinz William. Die BBC hatte versprochen, "die Wahrheit" über die Ereignisse rund um das Interview mit Prinzessin Diana herauszufinden. Lord Dyson, einer der dienstältesten pensionierten Richter des Landes und ehemaliger Richter am Obersten Gerichtshof, wurde zum Leiter der Untersuchung ernannt.

Dianas Bruder, Charles Spencer, wirft dem Journalisten Martin Bashir vor, sich das Interview mit seiner Schwester damals mit unlauteren Methoden - etwa gefälschten Kontoauszügen - verschafft zu haben. Diese sollten demnach den Eindruck erwecken, Menschen wären dafür bezahlt worden, Informationen über Diana preiszugeben.

Mit dem Interview hatte die 1997 tödlich verunglückte Prinzessin Diana vor 25 Jahren die britische Monarchie erschüttert. Mehr als 200 Millionen Menschen verfolgten weltweit am Fernseher, wie sie ungewöhnlich offen über die Untreue ihres Gatten Prinz Charles und ihre eigenen psychischen und gesundheitlichen Probleme sprach. Die Queen zeigte sich danach Berichten zufolge empört darüber, dass ihre Schwiegertochter die Eignung von Charles für den Thron anzweifelte.(apa)