Wien. Für die Buchbranche gab es diese Woche bereits gute Nachrichten: Ihre als Covid-19-Ausgleich gedachte temporäre Reduktion der Umsatzsteuer auf fünf Prozent wird auch das ganze kommende Jahr gelten. Der reduzierte Satz war im Juni 2020 für Speisen und Getränke in der Gastronomie, für Kino- und Theaterkarten, Bücher, Zeitungen, Kunstwerke, Naturparks, Zoos und Zirkusveranstaltungen sowie für Nächtigung und Logis beschlossen worden. Befristet vorerst bis Jahresende.

Wie es mit den Zeitungen weitergeht, ist nach wie vor umstritten. Im parlamentarischen Antrag sind sie vorerst nicht enthalten, Ob das so bleibt, ist aber offen, wird betont. Dabei dürfte es in der Sache einen Dissens unter den Koalitionsparteien geben, wie die "Wiener Zeitung" von Personen mit Einblick erfuhr. Die Grünen sind dafür, den reduzierten Satz zu verlängern. Die ÖVP ist derzeit noch dagegen. "Aus bekannten Gründen", heißt es von den Grünen.

Lobbying im Hintergrund

Das ist eine Anspielung auf offenbar massives Lobbying der Gratiszeitungsverlage in der Sache. Diese sollen hinter verschlossenen Türen gegen die Verlängerung der für ihre Mitbewerber am Werbemarkt günstigen Regelung Stimmung machen, heißt es. Klar, von einer Senkung der Umsatzsteuer profitieren sie naturgemäß mangels Verkaufserlösen nicht. Wie das ausgeht, ist fraglich.(bau)