Der "Ari Rath Preis für kritischen Journalismus" geht 2021 an Thomas Seifert,  den stellvertretenden Chefredakteur der "Wiener Zeitung". Der Preis geht auf den renommierten, ehemaligen Chefredakteur der "Jerusalem Post", Ari Rath, zurück, der im Jänner 2017 verstorben ist. Ausgezeichnet werden seither Journalisten, die sich in ihrer Arbeit um eine kritische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtende Berichterstattung über Flucht, Vertreibung und Asyl in hervorragender Weise verdient gemacht haben.

2018 erhielt Alexandra Föderl-Schmid (ehemalige Chefredakteurin des "Standard" und heute stellvertretende Chefredakteurin der "Süddeutschen Zeitung") den ersten Ari-Rath-Preis, Silvana Meixner (Heimat, fremde Heimat im ORF) wurde 2019 ausgezeichnet und 2020 bekam "Standard" Redakteurin Irene Brickner im September den Preis.

Die Jury rund um Gertraud Auer Borea d'Olmo, der Generalsekretärin des Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog und einer engen Vertrauten von Ari Rath, hat Seifert ausgewählt, weil er in "Krisensituationen das Schicksal der betroffenen Menschen ins Zentrum seiner Artikel, Berichte und Kommentare stellt und damit den Verfolgten in dieser Welt eine Stimme verleiht."

Thomas Seifert ist seit 2012 stellvertretender Chefredakteur der "Wiener Zeitung". Zuvor war er für die "Presse", "News", "Welt am Sonntag" und "Sunday Telegraph" als Reporter in zahlreichen Krisenregionen der Welt (Irak, Afghanistan, Sierra Leone, Tschetschenien, Libanon) unterwegs.

"Ehrenpreis" für Gideon Levy

Daneben wurde der "Ari Rath Ehrenpreis" vergeben. Gideon Levy, Kolumnist und Mitglied der Redaktion der israelischen Tageszeitung "Ha’aretz" wurde damit ausgezeichnet.

Levy kam 1982 zu "Haaretz" und war vier Jahre lang stellvertretender Herausgeber der Zeitung. Er ist Autor des wöchentlichen Twilight Zone-Beitrags, der die israelische Besetzung im Westjordanland und im Gazastreifen in den letzten 25 Jahren behandelt, sowie Autor politischer Leitartikel für die Zeitung. Sein neues Buch "The Punishment of Gaza" wurde gerade im Verso Publishing House in London und New York veröffentlicht.

Die Preisverleihung wird im Mai 2021 im Bruno Kreisky Forum in Wien stattfinden.