"oe24.at"-Chefredakteur Richard Schmitt verlässt das Unternehmen. Er werde ab Jänner an der Gründung eines neuen Medienhauses arbeiten, bei dem die Unternehmerin Eva Schütz federführend sei, berichtete der "Kurier" am Montag. Der frühere Chefredakteur von "krone.at" war erst im September des vergangenen Jahres zu "oe24.at" und "oe24.tv" der Fellner-Mediengruppe gewechselt.

Der Vertrag mit Schmitt sei bereits mit Anfang Dezember einvernehmlich aufgelöst worden, sagte Niki Fellner auf Anfrage der APA. Schmitt sei schon seit Juli nicht mehr für "oe24.at" oder "oe24.tv" tätig gewesen. Er habe zuletzt für das Magazin "Insider" geschrieben. Die Stelle werde nicht nachbesetzt, sondern weiter von ihm selbst ausgeübt, sagte Fellner, Schmitt sei schon bisher nur Co-Chefredakteur gewesen.

Laut einem Pressetext, den Schmitt dem "Kurier" zukommen ließ, gründet Schütz "ein auf innovatives Story-Telling und TV-News-Content spezialisiertes Medienhaus". Das Unternehmen werde ab Frühjahr 2021 am heimischen Medienmarkt tätig sein. Geplant seien stündliche TV-News und Live-TV-Berichte "mit stets verlässlich gutem Journalismus und hoher Aktualität, täglich exklusive Inhalte für den gesamten deutschsprachigen Markt". Schmitt soll als Chefredakteur fungieren.

Nach dem Terroranschlag in Wien sind beim Presserat (einem unabhängigen Gremium der Selbstkontrolle der österreichischen Medien) mehr als 1.500 Beschwerden - von denen sich viele auf Berichte von oe24.at bezogen, eingelangt. "Ein absoluter Negativrekord",  wie Presserat-Geschäftsführer Alexander Warzilek damals meinte.

Zu keinem anderen Thema habe es in der Geschichte dieses Gremiums eine derart hohe Anzahl an Beschwerden gegeben. Die meisten Beschwerden gab es zur Veröffentlichung von Video- und Bildmaterial, auf dem zu sehen ist, wie ein Opfer erschossen bzw. ein Polizist niedergeschossen wird. Sie betreffen die Medienhäuser von "oe24" und "Kronen Zeitung". (APA)