Eine strategisch schlechtere Zeit zu schwächeln, ist nur schwerlich vorstellbar: Es ist Jänner und die halbe Welt sitzt zu Hause, um sich vor dem viralen Irrsinn zu schützen. Wahrlich beste Bedingungen also für das Streaming-Fernsehen, das da ja wohl für die Unterhaltung zuständig wäre. Und doch kommt derzeit verhältnismäßig wenig. Kein Wunder, beginnen doch die Lücken, die der Lockdown im letzten Frühjahr geschlagen hat, nun so richtig zu klaffen.

Doch es geht ja ohnehin mehr um die Qualität, nicht um die Quantität. So etwa bei der großartigen französischen Netflix-Eigenproduktion "Lupin", deren erste fünf Folgen seit einigen Tagen abrufbar sind. Die Serie ist an die Abenteuer des Meisterdiebs Arsène Lupin, einer fiktiven literarischen Figur des französischen Schriftstellers Maurice Leblanc aus dem Jahre 1905, angelehnt. Omar Sy spielt die Rolle des Assane Diop, der als 16-Jähriger ein Exemplar der Kriminalromane von seinem Vater erhält und, durch ihn inspiriert, selbst zum Meisterdieb wird. Doch brach für den junge Assane eine Welt zusammen: Sein Vater starb, nachdem er für ein Verbrechen angeklagt wurde, das er offensichtlich nicht begangen hatte.

25 Jahre später nutzt der mittlerweile erwachsene Assane "Arsène Lupin, den Gentleman-Dieb" als Inspiration, um seinen Vater zu rächen. Denn die Familie Pellegrini, die damals den vermeintlichen Diebstahl eines historischen Diamant-Colliers dem schwarzen Chauffeur anhängen konnte, treibt noch immer ihr Unwesen. Es zeigt sich: Assane ist ihnen immer einen Schritt voraus, während die vertrottelte Pariser Polizei von einer Panne in die nächste stümpert.

Apropos Krimi: Netflix zieht nun auch endlich mit neuen Folgen von "How to get away with Murder" nach. Die fünfte Staffel ist seit Jahresbeginn verfügbar. Viola Davis spielt die geniale Strafverteidigerin Annalise Keating, die eine Expertin darin ist, mit Mord davonzukommen. Möglicherweise sogar auch mit solchen, an denen sie selbst beteiligt war.

Aufräumen auf dem Holodeck

Lange erwartet wurde auch die dritte Staffel von "American Gods", die Amazon Prime soeben veröffentlicht hat. Die US-amerikanische Fernsehserie basiert auf dem Roman von Neil Gaiman und bietet Fantasy gewürzt mit klassischer und moderner Mythologie. Durch seinen Job als Bodyguard erhält Shadow Moon (Ricky Whittle) Einblick in eine Welt, in der alte und neue Götter durch den Glauben der Menschen real geworden sind.

"Star Trek"-Fans müssen sich den 22. Jänner rot im Kalender anstreichen. Hier kommt endlich die neue "Star Trek"-Serie "Lower Decks" (dank Amazon Prime) auch in unser Streaming-Universum.



Sie unterscheidet sich gleich in zweifacher Hinsicht vom üblichen Material: Erstens handelt es sich um eine Zeichentrickserie. Zweitens stehen darin nicht die üblichen Verdächtigen im Vordergrund - Captain, Erster Offizier, Bordarzt: Vielmehr geht es um jene, die zum Dienst im Bauch des Schiffes abgestellt sind. Irgendwer muss ja auch auf dem Holodeck den Müll entsorgen. Noch dazu spielt die Serie an Bord der "USS Cerritos", eines der unwichtigsten Raumschiffe der Sternenflotte . . .