Der US-Technologieriese Google, der 98 Prozent der weltweiten Internetsuche beherrscht, hat sich mit französischen Verlagen auf eine Regelung zu Urheberrechten geeinigt.

Abhängig von verschiedenen Kriterien, wie etwa den monatlichen Klicks, der Auflagenhöhe der Zeitungen und dem "Beitrag zur politischen und allgemeinen Information" müsse der US-Konzern für Inhalte der Zeitungen, die auf seiner Plattform auftauchen, zahlen, teilten Google und der französische Branchenverband APIG mit. Wie viel Geld an die Verlage fließt, wurde nicht gesagt. Google hatte bisher nur Übereinkommen mit einzelnen Zeitungen wie etwa "Le Monde" oder "Le Figaro" erzielt, nicht mit der gesamten Branche.

Abkommen gilt nicht für die gesamte Presse in Frankreich

Der Präsident des Verlegerverbands, Pierre Louette, sprach von einer "wichtigen Etappe". Frankreichs Google-Chef Sebastien Missoffe sah neu eröffnende Perspektiven für die Medienpartner durch das Abkommen. Der AFP zufolge gilt das Abkommen aber nicht für die gesamte schreibende Presse in Frankreich. Etwa Nachrichtenagenturen und Medien der Gewerkschaft der Magazinpresse seien nicht mitinbegriffen.

Konkret geht es darum, dass Google den Verlegern Geld für das Anzeigen von Auszügen aus Medieninhalten zahlen soll. Hintergrund des Streits ist eine 2019 verabschiedete EU-Urheberrechtsnovelle, die das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern soll. Google hatte sich zunächst geweigert, solche Zahlungen vorzunehmen. Vor dem Pariser Berufungsgericht steckte der Konzern dann im vergangenen Herbst eine Niederlage ein. (Apa, Reuters)