Man kennt das. Die Drohne fliegt tief über ein Waldstück. Düstere Musik setzt ein. Eine tiefe Stimme sagt: "Etwas wird kommen. Etwas Gefährliches...". Die Stimme ist wohlbekannt. Sie ist jene des Erzählers, der schon beim Netflix-Blockbuster "Dark" stets das Unheil ankündigte. Überhaupt erinnert bei "Tribes of Europa" einiges an das Zeitreise-Drama, das mit drei Staffeln den ersten deutschen Überraschungserfolg bei Netflix gefeiert hat. Sechs Folgen "Tribes of Europa" wurden bei W&B Television Production von den Produzenten Quirin Berg, Max Wiedemann und Maximilian Vetter finalisiert. Erfunden hat die Serie Philip Koch als Showrunner, Headwriter, Regisseur der ersten, zweiten und sechsten Folge.

Die Handlung ist schnell erklärt: Im Jahr 2074 ist Europa nach einer mysteriösen Katastrophe in unzählige Kleinstaaten zerfallen. Diese sogenannten "Tribes" kämpfen um die Vorherrschaft über den Kontinent. Kiano (Emilio Sakraya), Liv (Henriette Confurius) und Elja (David Ali Rashed) vom Tribe der Origines werden in diesen Konflikt hineingezogen. Ein Fluggerät der geheimnisvollen Atlantier stürzt mit einer wichtigen Nachricht in der Nähe des Dorfes ab. Nun geht die Jagd auf den "Cube" los. Ein seltsames futuristisches Gerät, dass eine Botschaft enthält. Ab Freitag, 19. Februar, geht "Tribes of Europa" weltweit bei Netflix online.

Es geschah im Wald

Wer nicht bis Freitag warten will, kann sich die Zeit mit der neuen luxemburgischen Serie "Capitani" vertreiben. Hier ermittelt der gleichnamige Inspektor, ein mürrischer, abgeklärter Typ, einem als Selbstmord getarnten Mord hinterher. Denn in Manscheid wird die Leiche der 15-jährigen Jenny Engel (Jil Devresse) entdeckt. Damit nicht genug ist deren Zwillingsschwester spurlos verschwunden. Steht hier gar ein Doppelmord auf dem Programm? Da der Fall für die lokale Polizei eine Nummer zu groß ist, soll Inspektor Luc Capitani (Luc Schiltz) ran. Unterstützt von der jungen ortsansässigen Polizistin Elsa Ley (Sophie Mousel), die selbst ein kleines Geheimnis hegt.

Und die dem Bullen aus der Stadt erst erklären muss, dass es auf dem Land eben etwas anders läuft. Denn die Suche erweist sich als sehr schwierig. Die Manscheider sind misstrauisch und ablehnend. Irgendwie haben alle ihre Geheimnisse und keine Lust, diese aufgedeckt zu sehen. Aber haben wir das auf Netflix nicht schon allzu oft gesehen? Im Wesentlichen ja. "Black Spot" oder "Sumpf" kommt einem spontan in den Sinn. Wie auch immer: Capitani ist ein Cop der alten Schule, der doch immer noch ein Ass im Ärmel hat.

Eingecheckt im Horror-Hotel

Eine Doku-Serie sorgt momentan ebenso für Aufsehen auf Netflix: Sie dreht sich um das berüchtigte "Cecil Hotel", eine Bruchbude im Drogenviertel von Central LA. Sie zog immer schon Selbstmörder, Vergewaltiger und allerlei zwielichtiges Gesindel an. Auch Killer Jack Unterweger war seinerzeit zu Gast. Aufhänger der vierteiligen Doku ist ein skurriler Kriminalfall aus 2013. Damals verschwand die 21-jährige kanadische Studentin Elisa Lam spurlos aus der Unterkunft. Kameras zeigen die junge Frau zwar beim Eintritt, aber nicht beim Rausgehen. Zudem scheint sie unter Paranoia zu leiden. Und der Aufzug agiert seltsam. Wo also ist die junge Frau geblieben?