Der US- Fernseh- und Radiostar Rush Limbaugh, eine der laut Reuters "führenden Stimmen der politischen Rechten in den USA" starb im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs. Das meldete der US-Sender Fox News, der Limbaugh gleichzeitig eine Reihe von Beiträgen widmete.

Der ehemalige US-Präsient Donald Trump schätzte den 1951 geborenen Limbaugh als einen "besonderen Mann" ("a special man") und ehrte ihn mit der höchsten Auszeichung der USA, der Freiheitsmedaille, mit der seit 1963 Menschen ausgezeichnet werden, die einen bedeutenden Beitrag "für die Sicherheit oder das nationale Interesse der USA, den Weltfrieden und kulturelle oder andere bedeutsame öffentliche Belange" geleistet haben.

Limbaugh galt als homophob, als Verschwörungstheoretiker und Klimwandelleugner, als Erfinder der politischen Radio-Talkshow und etablierte sich in den vergangenen drei Jahrzehnten als führende Stimme der amerikanischen Rechten in den Medien. Mit seinen Attacken auf die von ihm verachteten "Liberalen" trug er maßgeblich zum Rechtsruck der Republikaner bei.

"Corona-Virus ist einfache Erkältung"

Im Südstaat Missouri als Sohn eines prominenten republikanischen Aktivisten geboren, war sich Limbaugh seines politischen Einflusses durchaus bewusst. So bezeichnete er sich im Jahr 2008 als "intellektuellen Motor der konservativen Bewegung". Seine tägliche Radioshow wurde von über 600 Radiostationen im ganzen Land übernommen und hatte ein treues Millionenpublikum.

Der Moderator der "Rush Limbaugh Show" sorgte wiederholt mit kontroversiellen Aussagen für Aufsehen, etwa als er Frauenrechtlerinnen als "Femi-Nazis" beleidigte. Beim Schauspieler Michael J. Fox musste er sich für den Vorwurf entschuldigen, dass er seine Parkinson-Erkrankung übertreibe.

 

Fox News widmet  Rush Limbaugh seine Startseite. - © Wiener Zeitung
Fox News widmet  Rush Limbaugh seine Startseite. - © Wiener Zeitung

Lieblingsfeind Limbaughs war Trumps Vorgänger Barack Obama, den er auch nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2017 unablässig attackierte. Für Trump war Limbaugh ein treuer Verbündeter. So spielte er das Coronavirus als "einfache Erkältung" herunter, die von den "Mainstream-Medien" missbraucht werde, um Trumps Wiederwahlchancen zu verringern.

 

Theorien vom tiefen Staat

Immer wieder nährte Limbaugh auch Verschwörungstheorien von einem "tiefen Staat" und bot auf diese Weise Trump Flankenschutz. Nach dem Sturm aufs Kapitol ließ Limbaugh zudem Sympathien für politische Gewalt erkennen.

Das Radio entdeckte Limbaugh bereits im Alter von 16 Jahren für sich, als er in einem Sommerkurs eine Sendelizenz erwarb und bei einem Lokalradio zu arbeiten begann. Nur widerwillig schrieb er sich auf der Universität ein, doch war es schon nach einem Jahr wieder vorbei mit der Studentenzeit. "Ich wollte einfach nur im Radio sein", erinnerte er sich später.

Der Durchbruch kam im Jahr 1984, als er im kalifornischen Sender KFBK-AM zu arbeiten begann und dort "The Rush Limbaugh Show" entwickelte. Vier Jahre später wurde die Sendung landesweit ausgestrahlt und Limbaugh zog nach New York.

Limbaugh erfand den Typus des konservativen Talkshow-Moderators; der zehn Jahre jüngere Sean Hannity von Fox News gilt als in seiner Tradition stehend.

Inhaltlich bereitete Limbaugh mit seinen Grenzüberschreitungen den Boden für Rechtspopulisten wie Trump und den Verschwörungstheoretiker Alex Jones. Während er mit einem Ausflug ins Fernsehen Mitte der 1990er Jahre keinen durchschlagenden Erfolg hatte, blieb Limbaugh in seinem Metier unerreicht. "Ich habe keine Konkurrenten", sagte er im Jahr 2008 in einem Interview mit der "Times". "Hannity kann mir nicht das Wasser reichen." (Apa, Reuters)