Nachrichtenmedien bleiben auch im Zeitalter der Digitalisierung und der digitalen Plattformen unverzichtbar. Auch haben die neuen Entwicklungen und Innovation die Bedeutung der redaktionellen Medien im abgelaufenen Jahrzehnt nicht beschädigt. Dies geht aus den nun veröffentlichten Ergebnissen des Forschungsprojektes "Media for Democracy Monitor 2021 (MDM)" hervor, der für 18 Länder weltweit, darunter auch Österreich, erstellt wurde. Das Forschungsprojekt "MDM 2021" ist eine Initiative der "Euromedia Research Group", durchgeführt von Teams in Asien, Australien, Europa, Nord- und Südamerika, unter der Leitung von Professor Josef Trappel von der Universität Salzburg.

Ein erster Generalbefund stellt die weiterhin zentrale Position der redaktionellen Nachrichtenmedien für die Informationsversorgung der Bürger fest. Der zweite Generalbefund betrifft das Selbstverständnis der Journalistinnen als Aufdecker, Wachhunde der Demokratie oder schlicht ihr investigatives Selbstverständnis. Zudem zeigen sich auch Fortschritte bei der Beachtung von und dem Respekt gegenüber ethischen Normen im Journalismus.

- © Euromedia Research Group
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"Die führenden Nachrichtenmedien bewahren auch im Zeitalter der digitalen Zerstreuung ihre zentrale Bedeutung für die Demokratie. Aber sie sind angeschlagen: Die Medienkonzentration setzt ihrer Leistungsfähigkeit ebenso zu wie die ökonomische Unsicherheit, die sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen niederschlägt. Dringender Handlungsbedarf besteht bei der Gleichstellung der Geschlechter: Im Unternehmen, vor allem aber in der Berichterstattung", so Forschungsleiter Trappel. Die Leistungsfähigkeit der führenden heimischen Medien liegt im hinteren Mittelfeld der untersuchten Länder. Gegenüber 2011 ist die Lage leicht gebessert, vor allem wegen der aktiven Rolle des Presserates, sowie Fortschritten bei der investigativen journalistischen Arbeit. Während sich die Zusammenarbeit verschiedener Medien bei Rechercheprojekte in der Beurteilung positiv bemerkbar macht, ist die hohe Medienkonzentration weiterhin ein Problem. Die großen Medienunternehmen aus Rundfunk und Print dominieren auch die digitalen Medien in Österreich. Darüber hinaus fallen das Fehlen eines Öffentlichkeitsgesetzes sowie die Abwesenheit von kontinuierlichen Beobachtungen der Medieninhalte negativ ins Gewicht.