Die Rechercheplattform "Dossier" hat im Zuge ihrer Mitte April gestarteten Crowdfunding-Aktion rund 3.000 neue Mitglieder gewonnen. Damit wurde der Mitgliederstand von Anfang April mehr als verdoppelt. Die ursprünglich befürchteten "groben Einschnitte" sind gebannt. Durch den Mitgliederschub soll die Rechercheplattform in Zukunft mehr publizieren und im besten Fall auch personell wachsen, sagte der stellvertretende Chefredakteur, Georg Eckelsberger, am Montag der APA.

5.078 Mitglieder zählte "Dossier" am Montagvormittag. "Wir sind vom Feedback überwältigt und haben ein bisschen gebraucht, um zu realisieren, dass die Gefahr, unseren Betrieb runterfahren zu müssen, abgewendet ist", sagte Eckelsberger. Es sei ein tolles Gefühl, so große Unterstützung für das Journalismusmodell von "Dossier" zu haben.

Freude über OMV-Rückzieher

Geplant sei nun, die Erscheinungsfrequenz der Magazine zu erhöhen. Bisher erschienen zwei Ausgaben pro Jahr. Künftig sollen es vier sein. "Wir versuchen, die redaktionellen Voraussetzungen dafür zu schaffen", erklärte der stellvertretende Chefredakteur. Dabei solle der Tiefgang der Recherchen nicht verloren gehen und der Qualitätsanspruch nicht nach unten geschraubt werden. Auch eine personelle Aufstockung steht im Raum. "Deklariertes Ziel ist, mehr Leute zu 'Dossier' zu holen. Aber jeder Arbeitsplatz ist eine große Investition", sagte Eckelsberger. Derzeit baut die Rechercheplattform auf sechs Redakteure sowie einen Artdirector und Lektor.

Froh sei man, dass die OMV ihre Klage gegen "Dossier" aufgrund der Berichterstattung des Magazins über den Erwerb des Chemiekonzerns Borealis zurückgezogen hat. Der von OMV-Chef Rainer Seele angekündigte "nette Brief" hat die Redaktion bereits erreicht und enthält eine Klagsrückziehung und einen Anspruchsverzicht. "Wir haben klar kommuniziert und sorgfältig gearbeitet. Die OMV hatte immer die Möglichkeit, auf Vorwürfe und Fakten zu reagieren. Sie entschied sich allerdings dazu, keine Stellungnahmen abzugeben und danach zu klagen", sagte Eckelsberger. Bedanken wolle man sich nun für die "riesige öffentliche Unterstützung" von Lesern und Leserinnen, aber auch Journalisten und Journalistinnen. (apa)