Disney schreitet bei der Verwertung seiner Rechte an der "Star Wars"-Welt konsequent voran. Während die neue Kino-Trilogie immer konkretere Formen annimmt, wird nun, sozusagen um die Wartezeit zu verkürzen, eine andere Geschichte weitererzählt. Mit der neuen animierten Serie "Star Wars: The Bad Batch" schließt man unmittelbar an "The Clone Wars" an, deren letzte Staffel seit einiger Zeit auf dem Streamingdienst Disney+ zu sehen ist.

Zeitlich befinden wir uns an jenem Punkt, an dem die Republik gefallen ist und sich Palpatine zum mächtigen Imperator ausrufen lässt. "Star Wars"-Fans dürfen die Anfangstage des Imperiums und den Beginn der Rebellion "miterleben". Palpatines erste Amtshandlung: die lästigen und für sein Imperium gefährlichen Jediritter auszulöschen. "Execute Order 66" ordnet der Imperator an und die Captains der Clone Armee wenden sich gegen die Jedi, die ihre Einheiten kommandieren.

So auch bei der neuen Serie. Allerdings mit einem Unterschied. Der junge Padawan überlebt, weil ihm der Kommandant einer kleinen Einheit davonkommen lässt. Diese Einheit werden wir in der Folge besser kennenlernen. Die "Clone Truppe 99" ist eine kleine "Elite"-Einheit, die sich durch besondere Kampfstärke auszeichnet. Ihre fünf Mitglieder vereint eine Eigenschaft: Die sind "defekte" Klone. Ihr Defekt liegt darin, dass sie ein Gewissen haben und selbst mitdenken. Allesamt stammen sie aus Experimenten, bei denen die Eigenschaften der Soldaten genetisch in Hinblick auf besondere Fähigkeiten manipuliert wurden. Wrecker etwa ist besonders kräftig und eine humanoide Abrissbirne, Tech wiederum ein Technikgenie. Angeführt wird die Truppe vom entschlossenen Hunter.

Wie schon "The Clone Wars" spricht die Serie "Bad Batch" (übersetzt etwa "Ausschussware") ein junges Publikum an, aber auch jung gebliebene Fans kommen auf ihre Kosten, der Pilot wandelt gekonnt zwischen den Ansprüchen der Generationen.

Admiral Tarkin ist besorgt

Die erste Episode, stilecht zum "Star Wars"-Feiertag am 4. Mai ("May the fourth be with you") erschienen, kommt mit ihren 70 Minuten fast in Spielfilmlänge daher. Wir lernen die Protagonisten kennen. Nach einem Außeneinsatz kommen die fünf Kämpfer auf die Basis auf Kaminar zurück. Sie merken: Hier stimmt etwas nicht. Der Imperator hat Admiral Tarkin geschickt, um die Truppe zu inspizieren. Offenbar gefällt ihm nicht, was er sieht, denn danach trachtet ihnen jeder nach dem Leben. Sie lernen die junge Omega kennen, die eine medizinische Hilfskraft ist, und nehmen sie bei ihrer Flucht mit. Die Truppe ist fortan auf sich alleine gestellt - einem neuen Abenteuer steht nichts im Wege.

Hauptverantwortlich zeichnet "Clone-Wars"-Macher Dave Filoni, der auch bei "The Mandalorian" und "Star Wars Rebels" seine Finger und sein Fachwissen im Spiel hatte. Ihm zur Seite steht diesmal Jennifer Corbett, die für die Animationsserie "Star Wars Resistance" Bücher geschrieben hat.

"The Bad Batch" kann das exzellente Animationsniveau von "The Clone Wars" noch weiter ausbauen. Auch auf großen 4k-Schirmen läuft die Serie flüssig und in angenehmer Schärfe. Irgendwann wird man sich thematisch entscheiden müssen, für wen man diese Geschichte erzählt. Doch das junge Anime-Publikum oder den Kino-Fan, der die Wartezeit zum nächsten Film überbrücken will? Der Start ist jedenfalls gelungen.