Ex-Kanzler Christian Kern (SPÖ), Wiens Ex-Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Niederösterreichs Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), Ex-Volksanwältin Terezija Stoisits (Grüne), Ex-Vizekanzler Herbert Haupt (FPÖ) – sie und noch zwei Dutzend weitere Spitzenpolitiker hat der frühere Innenminister Karl Schlögl in einer Deklaration an die Spitze der Bundesregierung versammelt. Darin fordern sie von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler den Fortbestand der "Wiener Zeitung", die sie als "Gegenkraft zu den hyperschnellen, emotionsgetriebenen Schlagzeilen" sehen, "die unentwegt auf die Menschen einprasseln und mehr verwirren und verwischen als aufklären und informieren".

Ex-Innenminister Karl Schlögl, zuletzt Bürgermeister von Purkersdorf, hat die Deklaration initiiert. - © APA / Herbert Pfarrhofer
Ex-Innenminister Karl Schlögl, zuletzt Bürgermeister von Purkersdorf, hat die Deklaration initiiert. - © APA / Herbert Pfarrhofer

Die Deklaration im Wortlaut:

Deklaration für die Rettung der "Wiener Zeitung"

Die "Wiener Zeitung", gegründet 1703, ist die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt. In Österreich erscheinen – mit seit langem sinkender Tendenz – nur noch 14 Tageszeitungen; allein in der Schweiz sind es mehr als 40.

Jede Stimme weniger am Zeitungsmarkt ist ein Verlust an Meinungsvielfalt und Medienpluralismus – und das in einer Zeit, in der ein faktenorientierter, nüchterner und unabhängiger Qualitätsjournalismus wichtiger ist denn je.

Die "Wiener Zeitung" hat sich als Gegenkraft zu den hyperschnellen, emotionsgetriebenen Schlagzeilen, die unentwegt auf die Menschen einprasseln und mehr verwirren und verwischen als aufklären und informieren, außerordentlich bewährt.

Der ersatzlose Wegfall der bisherigen Pflichtveröffentlichungen würde ohne ein neues Finanzierungskonzept das Ende der Tageszeitung der Republik bedeuten. Das wäre ein schwerer Verlust. In Österreich fließen jährlich mehr als 220 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln an Medien. Mit rund 10 Millionen Euro könnte der Fortbestand der "Wiener Zeitung" in ihrer bewährten Form gesichert werden.

Selbstverständlich muss sich auch die "Wiener Zeitung" ständig weiterentwickeln, neue Formate entwickeln und wirtschaftlich erfolgsorientiert arbeiten.

Wir erwarten, dass die Bundesregierung als Eigentümerin der "Wiener Zeitung" im Interesse von Meinungsvielfalt und Qualitätsjournalismus den Fortbestand dieser wichtigen Stimme am Zeitungsmarkt unterstützt und sicherstellt.

Die "Wiener Zeitung" muss weiterleben!

Mag. Claudia Bandion-Ortner
Dr. Maria Berger
Dr. Erhard Busek
Mag. Brigitte Ederer
Dr. Caspar Einem
Harald Ettl
Dr. Heinz Fischer
Dr. Franz Fischler
Dr. Alfred Gusenbauer
Dr. Michael Häupl
Mag. Herbert Haupt
Lore Hostasch
Mag. Christian Kern
Dr. Andrea Kdolsky
Dipl.-Kfm. Ferdinand Lacina
Dr. Franz Löschnak
Dr. Reinhold Mitterlehner
Mag. Wilhelm Molterer
Dr. Heinrich Neisser
Hans Niessl
Dr. Erwin Pröll
Maria Rauch-Kallat
Mag. Karl Schlögl
Dr. Heide Schmidt
Mag. Terezija Stoisits
Dr. Franz Vranitzky
Dr. Wolfgang Waldner
Dr. Christof Zernatto