Die Behörden in Hongkong haben das Vermögen des peking-kritischen Medienunternehmers Jimmy Lai eingefroren. Wegen Verstoßes gegen das sogenannte nationale Sicherheitsgesetz seien Lais Anteile an seiner Mediengruppe Next Digital sowie das Guthaben auf örtlichen Bankkonten von drei seiner Unternehmen eingefroren worden, teilte das Sicherheitsbüro am Freitag mit, das 2020 von China in Hongkong eingerichtet wurde.

Der Milliardär Lai ist der Regierung in Peking wegen seiner Unterstützung der Demokratie-Aktivisten in der Sonderverwaltungszone Hongkong seit langem ein Dorn im Auge. Der 73-Jährige hatte sein Medienimperium, darunter die Zeitung "Apple Daily", immer wieder genutzt, um die Demokratiebewegung und deren Massenproteste im Jahr 2019 zu unterstützen.

Festnahme, Anklage, Verurteilung

Im vergangenen Jahr wurde Lai festgenommen und auf der Grundlage des sogenannten Sicherheitsgesetzes angeklagt, weil er für ausländische Sanktionen gegen Hongkong und China geworben haben soll. Wegen Organisation und Teilnahme an den Massenprotesten im August 2019 wurde er vergangenen Monat zu 14 Monaten Haft verurteilt.

Gegen den wachsenden Einfluss Pekings hatte es in Hongkong 2019 monatelange Massenproteste gegeben. Als Reaktion darauf erließ die chinesische Führung im vergangenen Jahr ein umstrittenes sogenanntes Sicherheitsgesetz, das den Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten erlaubt, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft bestraft werden. (apa)