Seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichnet eine neue Untersuchung 13 Mal mehr antisemitische Inhalte auf bestimmten deutschsprachigen Kanälen bei Twitter, Facebook und Telegram. Untersucht und verglichen wurden jeweils die ersten beiden Monate 2020 und 2021, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Die Studie widmete sich auch französischsprachigen Inhalten, hier wurde ein Anstieg um das Siebenfache festgestellt.

Man habe auch die Verbreitung von Inhalten im Graubereich ermittelt, die "wahrscheinlich" nicht gegen die Gesetze verstießen, aber dennoch das Potenzial hätten, schädlich zu sein, hieß es. Konkret wurden 276 deutsche Accounts und Kanäle angesehen, die antisemitische Nachrichten verbreitet hätten. Dabei habe Telegram mit 200 Kanälen den größten Anteil gehabt. Insgesamt habe die Datengrundlage mehr als vier Millionen Beiträge umfasst.

Wenige Accounts hauptverantwortlich

In diesen Beiträgen habe man den massiven Anstieg von antisemitischen Inhalten erfasst, wofür vor allem ein kleiner Teil der Accounts verantwortlich gewesen sei. Weniger als fünf Prozent der untersuchten Benutzerkonten seien für mehr als die Hälfte der antisemitischen Beiträge verantwortlich gewesen. (apa, dpa)