Die Managerin von ORFeins, Lisa Totzauer, bewirbt sich um die Funktion des ORF-Generaldirektors. Das gab sie in einem Video auf ihrer privaten Webseite bekannt. Sie tritt damit gegen Amtsinhaber Alexander Wrabetz an, der sich ebenso nocheinmal bewirbt. Die langjährige TV-Journalistin zählt seit längerem zu der Riege der logischen Kandidaten. Mit einer Kandidatur von ORF-Chefproducer Roland Weißmann war ebenso gerechnet worden, die er jedoch noch nicht bestätigt hat. 

In dem Video betont Totzauer, dass sie will, dass "auch unsere Kinder noch Fernsehen made in Austria schätzen können". Sie wolle das größte Medienunternehmen Österreichs leiten und "in eine sichere Zukunft führen". Sie plädiert daher für "unabhängigen Journalismus, auf den Sie sich verlassen können". Das sei für die Identität Österreich wichtig. Der ORF müsse dafür viel verändern und sich der neuen Mediennutzung anpassen. Dafür sei Mut und Innovationskraft nötig. Sie sei ausschließlich der Unabhängigkeit verpflichtet, so Totzauer in dem Video. 

Am 10. August wählt der 35-köpfige ORF-Stiftungsrat, das Aufsichtsgremium über den ORF, einen neuen ORF-Generaldirektor oder eine Genealdirektorin. Ob Totzauers Bewerbung mit der ÖVP-Fraktion abgestimmt ist, war vorerst unklar. In dem Gremium hat die ÖVP eine knappe Mehrheit und kann daher den Generaldirektor auf dem Papier alleine bestimmen. (bau)