Der Medienkonzern Axel Springer kauft das US-Nachrichtenunternehmen Politico und damit seinen jahrelangen Geschäftspartner. Man habe mit Politico-Gründer Robert Allbritton eine Vereinbarung zum Erwerb von Politico und der auf den Technologiesektor spezialisierten News-Website Protocol unterzeichnet, teiltee der Berliner "Bild" und Welt"-Herausgeber am Donnerstag mit.

Mit Politico erfolgt die größte Übernahme der Firmengeschichte. 
- © axelspringer.com

Mit Politico erfolgt die größte Übernahme der Firmengeschichte.

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Im Rahmen dieser Transaktion werde Springer auch die ausstehenden 50 Prozent an dem als Gemeinschaftsfirma geführten Unternehmen Politico Europe übernehmen. Einen Kaufpreis nannte Springer nicht. Dem Deal müssen den Angaben zufolge noch Behörden zustimmen. Springer rechnet damit, dass die Transaktion im vierten Quartal dieses Jahres erfolgen wird.

Politico Europe seit 2014

Springer betreibt mit Politico seit 2014 in einem Gemeinschaftsunternehmen die Medienplattform Politico Europe, die ihren Hauptsitz in Brüssel hat. Mit jährlichem zweistelligen Wachstum erreichte Politico Europe 2019 die Profitabilität. Jamil Anderlini führt ab Herbst als neuer Chefredakteur den 100-köpfigen Newsroom.

Politico wurde 2007 gegründet und hat inzwischen mehr als 700 Beschäftigte in den USA und Europa. Für Springer sind die USA neben Deutschland und Polen Kernmarkt für neue Investitionen im Medienbereich. Seit dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR peilen die Berliner verstärkt Wachstum auch über Zukäufe an. Die Corona-Krise hatte den Konzern hierbei allerdings etwas gebremst. (apa)