Nordische Krimis kommen immer gut. Das wissen wir nicht erst seit Wallander. Als Drehbuchautor hat der Däne Søren Sveistrup ("Kommissarin Lund") bereits große Erfolge gefeiert, nun wurde auch sein Romandebüt "Der Kastanienmann" als Serie adaptiert: Die jungen Ermittler Naia Thulin (Danica Curcic) und Mark Hess (Mikkel Boe Følsgaard) werden (ab Mittwoch) mit einer brutal verstümmelten Frauenleiche, die auf einem Spielplatz nahe Kopenhagen entdeckt wird, konfrontiert. Einziger Hinweis auf den Täter ist ein kleines Kastanienmännchen - es wird nicht das einzige bleiben. In bester skandinavischer Krimitradition gibt es hier herzlich wenig zu lachen, dafür viele düstere Einstellungen und Verstrickungen in allerhöchste politische Kreise.

In der Dramaserie "Maid" (ab Freitag auf Netflix ) spielt Margaret Qualley die alleinerziehende Alex, die das Leben für sich und ihre Tochter mit Jobs als Reinigungskraft finanziert. Immer wieder muss sich die intelligente junge Frau, die eigentlich Autorin werden wollte, dafür überwinden, wird teils herablassend behandelt und hat zudem noch ihren gewalttätigen Ex (Nick Robinson) an der Backe, der um jeden Preis das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter erstreiten will. Dass ihre Mutter (Qualleys tatsächliche Mutter Andie MacDowell) zudem an einer bipolaren Störung leidet, macht die Sache für Alex nicht leichter. Die zehnteilige Serie basiert auf den gleichnamigen Memoiren von Stephanie Land.

Kein Kinderkram

Basierend auf wahren Begebenheiten, wird in der deutschen Netflix-Produktion "The Billion Dollar Code" (ab 7. Oktober auf Netflix) die Geschichte von zwei Programmierern erzählt, die mit "TerraVision" im Berlin der 1990er sozusagen den Vorgänger und Prototypen für Google Earth und dessen Algorithmus entwickelten. Nachdem der US-Konzern mit seiner Anwendung Jahre später Millionen scheffelt, geht es den beiden Computergenies um Gerechtigkeit und eine entsprechende Anerkennung ihrer Leistung. Regie bei der Miniserie mit Mark Waschke führte Robert Thalheim.

Wer glaubt, Zeichentrick ist Kindersache, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen (man denke nur an "Star Trek: Lower Decks"). Loren Bouchard steht als Macher hinter der Disney-Kultzeichentrickserie "Bob’s Burgers", der er nun in ähnlicher Pinselführung "The Great North" folgen lässt. Dabei steht der alleinerziehende Vater Beef Tobin im Zentrum, der sich in Alaska müht, seinen Kindern und natürlich auch sich selbst gerecht zu werden. Während die Söhne Wolf, Ham und Moon einigermaßen nach den Vorstellungen des Fischers geraten, bereitet ihm Tochter Judy Sorgen. Schließlich hat diese künstlerische Ambitionen. Und die Frage ist, wie der Weg vom Boot ins glamouröse Einkaufszentrum bewerkstelligt werden kann.

Apple und Asimov

Zeitreisen sind ein beliebtes Subgenre im SciFi-Universum. "An American Pickle" ist eine Comedy (ab sofort auf Sky) von Brachialkomiker Seth Rogen, der darin gleich in einer Doppelrolle zu sehen ist: als orthodoxer Schtetl-Jude Herschel Greenbaum, der nach seiner Flucht in die USA in ein Gurkenfass fällt und dort für 100 Jahre konserviert wird, sowie als sein Urenkel Ben.

Apropos SciFi: Schon seit dem Wochenende läuft die neue epische Apple-Serie "Foundation". Nachdem viele Filmschaffende bereits gescheitert sind, versucht sich nun auch Apple an einer Serienumsetzung der legendären Roman-Trilogie von Isaac Asimov. Den ersten drei Folgen folgt jeden Freitag eine weitere.(bau)